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Fall Ursula Herrmann: Kind in Kiste vergraben: Verurteilter beteuert in Brief an Gericht seine Unschuld - und verliert erneut

1981 erstickte die damals zehnjährige Ursula Herrmann in einer vergrabenen Kiste. 2008 wird ein Mann dafür zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Zivilgericht, das heute dazu entscheiden musste, hat vorher einen Brief des Verurteilten erhalten.

Der Fall Ursula Herrmann erschütterte das beschauliche Eching am Ammersee 1981

1981 wird ein damals zehnjähriges Mädchen entführt, in einer Kiste im Wald vergraben und die Eltern erhalten Erpresserbriefe. Doch das Belüftungssystem versagt. Ursula Herrmann erstickt bereits wenige Stunden nach ihrer Entführung. Jahrelang kann die Polizei den oder die Schuldigen nicht ermitteln. Fast 30 Jahre später - kurz vor Ablauf der Verjährungsfrist für das Verbrechen - wird Werner Mazurek festgenommen und in einem Indizienprozess zu lebenslanger Haft verurteilt. Bis heute bestreitet er seine Schuld. Klare Beweise gegen ihn fehlen. 

Auch der Bruder des Opfers zweifelt, dass der Richtige im Gefängnis sitzt. Also verklagt Michael Herrmann den Verurteilten vor einem Zivilgericht auf Schmerzensgeld. Vordergründig wegen eines Tinnitus infolge des Gerichtsverfahrens, aber auch, weil er sich eine neue Beweisaufnahme wünscht. Ein weiteres Gericht soll über die Schuld von Werner Mazurek entscheiden. An diesem Donnerstag fiel die Zivilkammer ihr Urteil: Dem Bruder des Opfers stehen 7000 Euro Schmerzensgeld zu, 20.000 hatte er gefordert. 

Herrmann machte nach dem Urteil noch einmal klar, dass er darauf gehofft habe, durch den Zivilprozess Sicherheit über die Täterschaft des Verurteilten zu erhalten. Dies sei nicht gelungen. Vielmehr gehe er inzwischen davon aus, dass der falsche Mann im Gefängnis sitze. Das beteuert seit Jahren auch der Verurteilte selbst. Kurz vor dem Zivilprozess hatte er sich in einem Brief, der dem stern vorliegt, an das Gericht gewandt.

"Ich habe nichts mit dem Tod seiner Schwester zu tun"

Darin zitiert er bekannte Fehlurteile der deutschen Justiz, etwa das gegen Gustl Mollath und behauptet, das Urteil gegen ihn würde diese Fälle "noch toppen". Er zweifelt die beiden Säulen an, auf denen die Verurteilung beruht. Die erste Säule des Urteils ist ein LKA-Gutachten zu einem 2008 bei ihm gefundenen Tonband, wonach dieses "wahrscheinlich" für Erpresseranrufe 1981 verwendet wurde. Die zweite Säule ist die später widerrufene Aussage eines Kleinkriminellen von 1982, der zum Prozessbeginn bereits Jahrzehnte tot war.

Insbesondere das Tonbandgutachten kritisiert der Verurteilte in seinem Brief. Er habe dieses erst im Oktober 2007 auf einem Flohmarkt gekauft, es habe daher "im Fall Herrmann nicht die geringste Rolle" gespielt. Sein Schreiben an das Gericht schließt Mazurek mit den Worten: "Die Schmerzensgeldforderung von M. Herrmann ist durchaus berechtigt, aber nicht mir gegenüber. Wie schon mehrfach erklärt, habe ich mit der Entführung und dem Tod seiner Schwester nicht das Geringste zu tun!"

Die Zweifel an der Schuld

Tatsächlich ist Mazureks Schuld nicht eindeutig belegt. Das LKA-Gutachten kam zu der Überzeugung, dass das bei Mazurek gefundene Gerät "wahrscheinlich" bei der Entführung von Ursula Herrmann eingesetzt wurde. Laut Walter Rubach, dem Anwalt Mazureks, ist das die vierte Einschätzungsstufe hinter "Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit", "Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" und "Mit hoher Wahrscheinlichkeit". Hinter dem benutzten "wahrscheinlich" folgen auf der Skala, die Experten für derlei Einschätzungen benutzen, noch "möglich" und "nicht entscheidbar". Dies sei keine Grundlage für eine Verurteilung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe, findet Rubach. "Diese Einschätzung rangiert knapp über der Grenze zur Beliebigkeit."

Auch die zweite Säule des Urteils scheint angreifbar. Der tote Belastungszeuge hatte Mazurek 1982 schwer belastet und angegeben, in seinem Auftrag ein Loch im Wald gegraben zu haben. Doch Klaus P., ein alkoholkranker Teilzeitkrimineller, zog sein Geständnis nach nur drei Stunden zurück. Er habe es nur auf die Belohnung für Hinweise abgesehen. Seine Aussage liegt nicht schriftlich vor, lediglich ein Gedächtnisprotokoll eines Beamten dazu. Die Ermittler nahmen den Zeugen P. ohnehin nicht für voll und konzentrierten sich auf andere Verdächtige. 

Das Gericht kam fast 30 Jahre später zu einer anderen Einschätzung, obwohl sie den inzwischen verstorbenen P. nicht mehr befragen konnten, um seine Glaubwürdigkeit einzuschätzen. Dennoch wurde sein Geständnis als glaubhaft eingestuft, der Widerruf dessen zur Lüge erklärt. Der Tote wurde zum Hauptbelastungszeugen und brachte Mazurek schließlich hinter Gitter.

Ursula Herrmanns Bruder: Unschuldiger im Gefängnis

Vieles spreche dafür, "dass ein Unschuldiger seit zehn Jahren im Gefängnis sitzt", hatte auch Ursulas Bruder Michael, der seit Jahren vor der Zivilkammer klagt, bereits vergangene Woche in einem offenen Brief geschrieben. "Die Menschen, die den Tod meiner Schwester zu verantworten haben, leben in Freiheit."

Das Zivilgericht hat nach Angaben von Anwalt Rubach am Donnerstag keine weiteren Ausführungen zu seiner Entscheidung mitgeteilt. In einigen Wochen gibt es dann die schriftliche Urteilsbegründung. Zwar müsse er sich noch mit seinem Mandanten besprechen, aber Rubach will wohl in Berufung gehen. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit", sagt er.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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