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Streit über Landverkäufe: Peking im Dialog mit Fischerdorf Wukan

In Wukan herrschten in den vergangenen Tagen anarchische Zustände. Die Einwohner protestierten gegen Landverkäufe in ihrem Dorf. Nun setzt die chinesische Regierung auf Verhandlungen.

Nach den schweren Unruhen in einem Fischerdorf in Südchina versucht die Regierung in Peking mit Verhandlungen statt Gewalt zu einer Lösung zu kommen. "Die Regierung gibt nun zu, dass wir Dörfler rational gehandelt und legale Forderungen gestellt haben", sagte einer der Aufständischen im Dorf Wukan am Mittwoch. Die Straßenblockaden, die das kleine Dorf in der südchinesischen Provinz Guangdong seit Tagen als Bollwerk gegen die Staatsmacht errichtet hat, würden bereits abgebaut. Der Dorfbewohner wollte aus Angst vor Vergeltung anonym bleiben.

In dem rund 20 000 Einwohner zählenden Ort herrschten in den vergangenen Tagen anarchische Zustände. Aus Wut über eine Landenteignung und den Tod eines ihrer Verhandlungsführers in Polizeigewahrsam hatten die Dorfbewohner kommunistische Funktionäre und Polizisten verjagt und sich hinter Straßensperren verbarrikadiert. Die chinesische Führung hatte das Dorf von Sicherheitskräften umstellen lassen, sich aber gleichzeitig seit Tagen um Verhandlungen bemüht.

Die kommunistische Führung habe einen hochrangigen Funktionär entsandt, um mit den Aufständischen zu reden, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch. "Die Hauptforderungen der Dörfler aus Wukan waren sehr berechtigt", hieß es auch in der Xinhua-Meldung. "Korruption sollte schwer bestraft werden", schrieb die Agentur weiter. Die chinesische Regierung handelt aus Sorge, dass sich Unzufriedenheit über die sozialen Unterschiede zu einem Flächenbrand ausweitet. Im konkreten Fall will die kommunistische Führung nach Einschätzung von Experten Fehler örtlicher Kader eingestehen, um die explosive Lage zu entschärften.

kave/AFP/DPA / DPA
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