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Texas Hinweis auf Massengrab erweist sich als schlechter Scherz


Der Tipp am Telefon klang grausig: Von einem Massengrab im Osten von Texas war die Rede, viele der Toten sollten verstümmelte Kinder sein. Gleich zweimal meldetete sich eine Frau, die sich als Wahrsagerin ausgab, mit der Story bei der Polizei. Das FBI rückte an, Blutspuren wurden gefunden - doch keine einzige Leiche.

Ermittler in Texas untersuchen, ob ein Hinweis auf ein angebliches Massengrab mit dutzenden zerstückelten Leichen nur ein schlechter Scherz war. Zahlreiche Beamte durchkämmten am Dienstag ein Grundstück in Hardin nordöstlich von Houston, fanden jedoch keine Leiche. Es gebe nicht den geringsten Hinweis darauf, dass dort ein Mord stattgefunden habe, sagte Rex Evans vom Sheriff-Büro von Liberty County.

Zuvor hatte eine Frau, die sich als Wahrsagerin ausgab, zweimal bei der Polizei angerufen und Hinweise auf das angebliche Massengrab gegeben. Da auf der Veranda des auf dem Grundstück stehenden Hauses Blut gefunden wurde, beantragte die Polizei einen Durchsuchungsbefehl und forderte Verstärkung bei der Bundespolizei FBI an. Kurz darauf berichteten örtliche Medien, auf dem Gelände seien 25 bis 30 Leichen gefunden worden, darunter Kinder. Doch die Berichte erwiesen sich als falsch: "Wir haben das Gelände durchsucht, und es gibt keinen Hinweis, dass in diesem Wohnhaus, Grundstück oder Schuppen Leichen sind", sagte Evans.

Ein fauliger Geruch in dem Haus habe von bergeweise Abfall hergerührt, zitiert die Zeitung eine Behördenquelle. "Zu diesem Zeitpunkt gibt es nichts, was sich erhärten lässt", hieß es. "Es gibt nichts, was mit den Angaben der Wahrsagerin übereinstimmt."

Grundstück eines Truckers

Ein Vertreter der Ermittlungsbehörden drohte der Tippgeberin mit strafrechtlichen Konsequenzen: "Wer immer die Person war, die diesen Tipp gegeben hat, wir werden Kontakt zu ihr aufnehmen und sie dafür zur Verantwortung ziehen, dass sie diesen falschen Hinweis gegeben und dieses Chaos angerichtet hat."

Bei den Bewohnern des Grundstückes handelt es sich dem Sheriff-Büro zufolge um Fernfahrer, die zum Zeitpunkt der Durchsuchung unterwegs waren und von den Ereignissen völlig überrascht wurden. Es versetze ihn ein wenig in Panik herauszufinden, dass die Polizei in seinem Hof nach Leichen suche, sagte der 44-jährige Joe Bankson dem "Houston Chronicle". "Ich habe niemanden umgebracht. Und ich habe eine Menge Freunde, aber ich hab' niemandem geholfen, irgendwelche Leichen zu verbuddeln." Dem Fernsehsender Khou-TV sagte Bankson, das Blut auf der Veranda stamme möglicherweise vom Ex-Freund seiner Tochter, der sich vor einigen Wochen in betrunkenem Zustand die Handgelenke aufgeschnitten habe und nun in der Psychiatrie sitze.

swd/AFP/DPA DPA

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