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Ticket nicht entwertet: Kontrolleurin schmeißt Schulklasse aus dem Zug

Keine Gnade: Eine unerbittliche Kontrolleurin aus NRW hat 20 Schüler zum Aussteigen gezwungen, weil die Lehrerin vergessen hatte, die Fahrkarte zu stempeln. Die Klasse verlangt eine Entschuldigung.

Die Bahn hat sich mal wieder keine Freunde gemacht

Die Bahn hat sich mal wieder keine Freunde gemacht

Der Schulausflug der 7b des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Bad Oeynhausen nahm ein unschönes Ende: Während die Hinfahrt zu einer Synagogenbesichtigung in Herford noch reibungslos verlief, endete der Rückweg mit dem Regionalzug reichlich abrupt. Bei der Fahrkartenkontrolle fiel der Schaffnerin auf, dass das Ticket nicht gestempelt ist. Lehrerin Franziska Fleinghaus, die die 20-köpfige Schülergruppe an diesem Tag alleine bändigen musste, hatte das am Bahnsteig schlicht vergessen. Die Schaffnerin stellte die Klasse, zu der auch zwei schwerbehinderte Schüler gehören, daraufhin vor die Wahl: entweder 40 Euro Bußgeld pro Kopf oder sofort am nächsten Halt aussteigen.

Laut WDR, der über den Vorfall auf seiner Webseite schreibt, verließ die Klasse daraufhin geschlossen den Zug und musste mit dem Bus weiter fahren. "Ich war fassungslos, sprachlos und habe mich bloßgestellt gefühlt", ärgert sich die Lehrerin über die kompromisslose Kontrolleurin. "Ich habe sie sofort auf mein Versäumnis hingewiesen, ihr das Ticket gezeigt und sie gebeten, den Fahrschein selbst zu entwerten", sagt Fleinghaus. Und das hätte sie wohl auch tun können, wie der Fahrgastverband Pro Bahn dem WDR bestätigte. Die Bahn kündigte an, den Fall zu prüfen.

Die 7b erwartet auf ihre schriftliche Beschwerde hin nun zumindest eine Entschuldigung, so Fleinghaus. Schließlich habe der Vorfall für eine Menge unnötigen Stress und eine deutlich verspätete Rückkehr gesorgt. Vielleicht können die Schüler daraus aber etwas für den Unterricht machen: Sie drehen gerade ein Video zum Thema Courage in Bus und Bahn.

bak