Tierseuche Erster Verdachtsfall von Rinderwahn in den USA


Zum ersten Mal ist in den USA ein BSE-Verdachtsfall aufgetreten. Eine Kuh aus dem Staat Washington wurde positiv getestet. Mehrere asiatische Länder verhängten vorläufige Einfuhrverbote für amerikanisches Rindfleisch.

In den USA ist nach offiziellen Angaben der erste bekannte Fall der Rinderseuche BSE aufgetreten. Ein endgültiges Ergebnis sollten Untersuchungen eines britischen Labors in drei bis fünf Tagen bringen, sagte Landwirtschaftsministerin Ann Veneman am Dienstag in Washington. "Eine einzige Holstein-Kuh im Bundesstaat Washington ist in ersten Untersuchungen positiv auf BSE getestet worden", sagte Veneman vor Journalisten. "Auch wenn das Gesundheitsrisiko für Menschen minimal ist, werden wir ... vorsorglich alle angemessenen Maßnahmen ergreifen." Unmittelbar nach Bekanntgabe des BSE-Falls rutschten die Aktienkurse von Schnellrestaurants wie McDonald’s, in denen Hamburger verkauft werden, ab.

Probe wurde in Großbritannien untersucht

Der Bauernhof in Mapleton südlich von Yakima, auf dem das kranke Tier entdeckt worden war, wurde unter Quarantäne gestellt. Veneman sagte, nach bisherigen Erkenntnissen stehe der BSE-Fall nicht in Verbindung mit Terroristen. Das kranke Tier war am 9. Dezember positiv auf BSE getestet worden. Eine Probe sei per Militärmaschine nach Großbritannien geflogen und in ein Labor gebracht worden, um dort ein weiteres Mal geprüft zu werden, sagte Veneman. "Ich plane, an Weihnachten Fleisch zu servieren", sagte sie. "Das Risiko für die Gesundheit des Menschen durch BSE ist extrem niedrig."

Vorläufige Importverbote in Asien

Nach dem ersten BSE-Verdachtsfall haben mehrere Länder in Asien vorläufige Einfuhrverbote für amerikanisches Rindfleisch verhängt. Japan, Südkorea, Singapur, Taiwan und Malaysia haben angekündigt, kein Rindfleisch mehr aus den USA importieren zu wollen. Japans Regierung ordnete außerdem den Rückruf von Rindfleischprodukten an, die Nervengewebe wie Hirn oder Rückenmark enthalten könnten. Japan müsse eine Maßnahme ergreifen, bis die Sicherheit bestätigt sei, erklärte ein Regierungssprecher. Das Land ist der größte Markt für US-Rindfleisch in Übersee, die Exporte lagen 2002 nach US-Angaben bei 842 Millionen Dollar. Südkorea setzte die Zollkontrollen für US-Rindfleisch aus und sperrte damit den Zugang zum inländischen Markt.

Seuche kann auf Menschen übergreifen

Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Hirnerkrankung BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) auf den Menschen übertragen kann, wenn sie verseuchtes Rindfleisch verzehren. Bislang starben in Großbritannien und anderen europäischen Ländern mehr als 80 Menschen an einer neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, wie die Erkrankung beim Menschen heißt.

US-Fleischindustrie sah Ausbruch kommen

Die Rinderseuche dürfte sich seit Mitte der 90er Jahre von Großbritannien aus über den europäischen Kontinent verbreitet haben, nachdem Rinder mit Tierabfällen gefüttert worden waren. Allein in Großbritannien waren im Kampf gegen BSE 3,7 Millionen Rinder getötet worden. In den USA hatte die Fleischindustrie seit langem einen Ausbruch der Rinderseuche befürchtet. Sie könnte Verluste in Milliarden-Höhe bedeuten. Analysten rechneten mit einem kräftigen Preisverfall bei Fleisch und Getreide.

Im Mai tauchte BSE in Kanada auf

Im Mai war erstmals ein BSE-Fall in Kanada bestätigt worden. Das kranke Tier war im Januar geschlachtet worden. Vorsorglich waren alle Rindfleischexporte aus Kanada gestoppt worden.

DPA

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