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Unwetter über Deutschland: Konzertabbruch bei "Wir sind Helden"

Blitze und Gewitter dazu Sturmböen und heftige Niederschläge und sogar Tornados - das Unwetter der letzten Nacht beeinträchtigte Konzertbesucher und Hubschrauberpiloten. In Niedersachsen gab es mehrere Verletzte nach dem Absturz von Heißluftballonen.

Gewitter und Unwetter sind am Freitag und in der Nacht zum Samstag über Teile Deutschlands hinweggezogen und haben mancherorts erheblichen Schaden angerichtet. Im Stadtpark der Hansestadt Hamburg mussten etwa 4000 Musikfans im Regen nach Hause laufen, nachdem das Konzert der Band "Wir sind Helden" abgebrochen werden musste. Es sei zu gefährlich, bei Starkregen, Gewitter und Wind weiter zu spielen, entschuldigte sich Sängerin Judith Holofernes beim Publikum.

Am Niederrhein hatten sich in Xanten und Hamminkeln möglicherweise zwei Tornados gebildet - eine Bestätigung dafür gab es zunächst aber nicht, wie der Wetterdienst Meteomedia am Samstag mitteilte. In Bergisch Gladbach in Nordrhein-Westfalen knickten auf einer Fläche von 250 Meter mal 250 Metern Bäume wie Streichhölzer um. In Oldenburg (Niedersachsen) und Kürten (Nordrhein-Westfalen) fielen bis zu sieben Zentimeter große Hagelsteine.

An der Mittelmosel begannen nach dem schweren Unwetter mit Hagelschlag die Aufräumarbeiten. Der Hagel habe viele Häuser beschädigt, sagte ein Polizeisprecher in Bernkastel-Kues. In Veldenz etwa sei bei fast jedem Haus das Dach kaputt, manche Gebäude seien einsturzgefährdet. "Das sieht aus wie nach einem Bombenangriff", sagte der Sprecher.

Hitze, Blitzschlag, Platzregen, abgestürzte Heißluftballone

Am Freitag war in Bernkastel-Kues ein Dachdecker schwer verletzt worden, als er bei Aufräumarbeiten abstürzte. In Koblenz wurde eine 36 Jahre alte Frau in einem Biergarten von einem Ast erschlagen. Dicke Hagelkörner beschädigten in Mülheim (Rheinland-Pfalz) 17 Hubschrauber auf dem Gelände eines Helikopter-Treffens.

In Niedersachsen mussten drei Heißluftballons am Freitagabend notlanden, nachdem eine Windböe sie erfasst hatte. Zehn Passagiere wurden verletzt, vier von ihnen schwer, teilte die Polizei am Samstag mit. In Schleswig-Holstein und Hamburg richteten Gewitter und Starkregen teils großen Schaden an, verletzt wurde aber niemand. In Hamburg musste die Feuerwehr umgestürzte Bäume von den Straßen räumen.

Auch in den Kreisen Parchim, Ludwigslust und Nordwestmecklenburg (Mecklenburg-Vorpommern) knickten Sturmböen mehrere Bäume um. Mit Starkregen, Hagel und orkanartigen Böen beendeten die Gewitter das vielerorts schwülwarme Wetter, erläuterte Meteomedia weiter. Am Freitag hatten die Meteorologen noch Tageshöchsttemperaturen von 36 Grad in Stuttgart, 35,8 Grad in München und 35,4 Grad in Jena (Thüringen) gemessen.

Mit den Unwettern ist nach einer Voraussage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wohl auch der Sommer vorbei: Wer in den nächsten Tagen Temperaturen von mehr als 20 Grad erlebt, hat Glück und wohnt im Süden der Republik. Im Norden ist es wechselnd bis stark bewölkt, sagte der DWD voraus.

ono/DPA / DPA