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Aktion #UseMeInstead: Alle wollen zur Zielscheibe werden - als Zeichen gegen Rassismus

"Nimm mich stattdessen": Auf Twitter und Facebook stellen Menschen der Polizei Fotos von sich als Zielscheibe für Schießübungen zur Verfügung. Damit setzen sie ein Zeichen gegen Rassismus.

Ein uraltes Fahndungsfoto des Afroamerikaners Woody Deant nutzte die Polizei von Miami offensichtlich als Zielscheibe im Schießtraining

Ein uraltes Fahndungsfoto des Afroamerikaners Woody Deant nutzte die Polizei von Miami offensichtlich als Zielscheibe im Schießtraining

Sucht man auf Twitter nach dem Hashtag "UseMeInstead", findet man aktuell unzählige Portraitfotos. Im Text dazu bitten Twitterer die Polizei von Miami, doch ihr Gesicht als Zielscheibe für ihre Schießübungen zu benutzen. Die Aktion ist ein rührendes Zeichen gegen Rassismus - und gegen die Verleumdung des US-Amerikaners Woody Deant.

Dessen Gesicht, auf einem uralten Fahndungsfoto des Afroamerikaners, diente der Polizei in Miami als Vorlage für Schießübungen. Der Mann war vor Jahren einmal im Gefängnis - hat seine Strafe jedoch längst abgesessen und lebt heute ein Leben als Angestellter und Familienvater. Das Detail, dass Deant dunkelhäutig ist, erregt dabei besonders die Gemüter - war die amerikanische Polizei in den vergangenen Monaten doch gleich mehrfach unter den Verdacht geraten, vorschnell auf schwarze Verdächtige zu schießen.

Wie mehrere US-amerikanische Medien berichten, fand seine Schwester sein altes Fahndungsfoto von Kugeln durchlöchert in einer Mülltonne auf einem Schießübungsplatz im Bundesstaat Florida.

"Bitte nehmt mich stattdessen!"

Deants Schwester ging mit dem zerlöcherten Foto ihres Bruders an die Öffentlichkeit - und die Empörung über den Fall machte rasend schnell die Runde.

Auf Facebook und Twitter machen nun viele ihrem Ärger Luft und bieten ihr eigenes Foto als Zielscheibe an: Rentner, Jugendliche, Priester, Politiker - alle setzen mit ihrem Gesicht gemeinsam ein Zeichen.

jen