1991 kam es in Austin im US-Bundesstaat Texas zu vier brutalen Morden an Teenagern. Die Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren wurden unbekleidet, gefesselt und erschossen in einem Joghurtladen, den der Täter danach angezündet hatte, gefunden. Das Verbrechen wurde als „Joghurtladen-Morde“ bekannt.
Die Ermittlungen konzentrierten sich auf vier Männer. Robert Springsteen, Michael Scott, Forrest Welborn und Maurice Pierce galten lange als Hauptverdächtige und wurden 1999 festgenommen. Scott und Springsteen legten Geständnisse ab und wurden verurteilt: Scott zu einer lebenslangen Haftstrafe, Springsteen sogar zum Tode. Wie sich später herausstellte, waren alle Verdächtigen jedoch unschuldig.
Bereits 2009 wurden Scott und Springsteen aus der Haft entlassen, weil ihre Geständnisse nicht rechtmäßig zustande gekommen waren. Außerdem zeigte eine neue Auswertung der DNA-Spuren am Tatort mit modernen Methoden keine Übereinstimmung.
Der wahre Mörder ist bereits lange tot
17 Jahre nach der Entlassung aus der Haft werden die Justizopfer finanziell entschädigt. Die Stadt Austin muss ihnen insgesamt 35 Millionen US-Dollar (umgerechnet 29 Millionen Euro) zahlen. „Diese Einigung schließt das letzte Kapitel einer verheerenden Geschichte in Austins Geschichte ab“, erklärte Austins Stadtmanager T.C. Broadnax in einer Stellungnahme. „Wir freuen uns, eine Einigung mit denjenigen erzielt zu haben, die in diesem Fall zu Unrecht beschuldigt und verurteilt wurden, und hoffen, dass diese Einigung allen Betroffenen dieses schrecklichen Ereignisses ein Gefühl des Abschlusses vermittelt.“
Für Maurice Pierce, der drei Jahre in Untersuchungshaft verbrachte, kommt die Einigung zu spät. Er starb bereits 2010. Sein Anteil soll an seine Familie gehen.
Neue Ermittlungen ergaben im vergangenen Jahr, dass der Serienmörder Robert Eugene Brashers die Tat begangen hat. Brashers kann allerdings nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden, er hatte sich 1999 bei einem Polizeieinsatz das Leben genommen.
Quelle: AP