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Video Neue Holzbörse online - Selbsthilfe in Zeiten des Mangels

Materialmangel, Lieferprobleme, rasant steigende Preise: Die eigentlich boomende Baubranche hat derzeit große Sorgen. Denn Stahl, Holz und Dämmstoffe sind dieses Jahr durch Lieferengpässe in der Pandemie erheblich teurer und knapp geworden. Unter den hohen Holzpreisen leiden vor allem Handwerker und deren Kunden, die dringend Bauholz brauchen. Gerade ihnen will jetzt eine Online-Holzbörse im Münsterland helfen - lokale Vermarktung ganz direkt. Waldbauer Herrmann Laurenz, 1. Vorsitzender der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Münsterland gibt Auskunft: "Dass die Preise vom letzten Herbst von 50 Cent - ich beziehe das mal auf die Dachlatte - auf über 2 Euro gestiegen sind. Und Dachlatte ist ein gängiges Beispiel. Und das ist auch mit anderem Bauholz so. Und dann war auf einmal der Markt leer. Die Leute mussten nicht 14 Tage planen, sondern Wochen, Monate im Voraus, um überhaupt eine Holzverfügbarkeit zu bekommen. Und das wollten wir auch als örtliche Anbieter vor Ort als Waldbauern natürlich verhindern, dass der örtliche, regionale Handwerker seinen Bedarf deckt und damit seine Planung auch weiterhin nachvollziehen kann und für die nächsten Wochen, Monate eben regionales Holz für sich verarbeitet." Die Vereinigung hat die Online-Plattform "Energieholzbörse" als Anbieter initiiert. Es würden kranke Bäume gefällt, die dann an regionale Interessenten gingen, an Handwerker, Sägewerke oder Dachdecker. Auch der Schädlingsbefall von Wäldern in Europa und Kanada sowie Exportbeschränkungen führen zu steigenden Preisen und Holzknappheit - zumal andere Länder deutlich mehr für Schnittholz zahlen, viel wird exportiert. Verschärft wird das Problem dadurch, dass 2020 einige Sägewerke hierzulande in der Corona-Krise dichtmachten und die verbliebenen Betriebe der sprunghaft gewachsenen Nachfrage nicht Herr werden. Entsprechend positiv ist daher nun die Resonanz auf der Abnehmerseite, so bei Schreiner Markus Holtmann. In den neuen Auktionen habe er den Vorteil, einen direkten Überblick zu haben, was aktuelle am Markt und direkt verfügbar sei. "Und die Kundschaft nimmt es definitiv sehr gut an, dass man dem einen oder anderen anbieten kann, dass der neue Dielenboden, die neue Treppe an dem und dem Waldrand gestanden hat, in dem und dem Wald gestanden hat. Mitunter bekommen wir auch den Längen- und Breitengrad direkt mit angeliefert, so dass der Kunde, rein theoretisch, vielleicht sogar den alten Baumstamm wieder besuchen kann." Die Firma NLF, Naturstoff- und Dienstleistungszentrale Land und Forst ist Partner der Holz-Börse. Franz Reppenhorst sieht in der Plattform einen Zukunftsmarkt. "Ich denke, wir sehen alle, dass immer mehr Märkte digitalisiert werden. Und ich denke, wir dürfen uns da beim Holz nicht davor verschließen. Wir gehen da mit der Zeit und bauen eben auch hier offene und transparente Märkte auf, zu denen jeder Zugang hat. Und dass wir da noch ein gewisses Wachstum haben werden, davon gehen wir schon aus." Der zuständige Förster Georg Berkemeier unterstützt die lokale Vermarktung und weist darauf hin, dass so die geschädigten Bäume gezielt durch neue ersetzt werden könnten. "Wir haben natürlich aktuell ein Problem in der Fichte gehabt, aber wir haben ja nicht nur die Fichten, wir haben natürlich auch andere Baumarten, die ein Problem haben, und unsere Strategie ist ja die, dass wir den Wald breiter aufstellen wollen, und dazu ist es natürlich auch wichtig, dass wir Holz vermarkten, um unsere Wälder hier und da auch lichter zu schlagen, um neue Baumarten in den Wald zu bringen." So könne die neue, digitale und regionale Holzbörse helfen, auch den Wald breiter aufzustellen.
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Jenen, die dringend Bauholz brauchen, will jetzt eine regionale Online-Holzbörse im Münsterland helfen - lokale Vermarktung ganz direkt.

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