VG-Wort Pixel

Video Weltklimagipfel: COP27 geht in die Verlängerung

STORY: Die Weltklimakonferenz COP27 in Ägypten geht in die Verlängerung. Im Zentrum der Verhandlungen stehen Ausgleichszahlung an ärmere Länder für klimabedingte Schäden. Die EU hatte die Einrichtung eines speziellen Fonds zur Deckung von Verlusten und Schäden in den am stärksten gefährdeten Ländern vorgeschlagen. Die Finanzierung dieses Fonds soll dem EU-Vorschlag zufolge auf wichtige Schwellen- und Industrieländer wie China ausgeweitet werden. Außenministerin Annalena Baerbock sagte am Freitagmittag vor Ort, es seien weiter viele Punkte ungeklärt: "Ich glaube, fast alle unter uns haben aber schon in weiser Voraussicht oder in jahrelanger Erfahrung die Koffer für etwas länger gepackt. Und das ist auch gut so, denn die Verhandlungen laufen noch auf Hochtouren und es sind weiter viele Punkte offen. Manche Punkte, das muss man so ehrlich sagen, nach wie vor hoch umstritten. Und die Positionen liegen noch deutlich auseinander. Unsere Haltung ist klar Diese Klimakonferenz darf keine verlorene Klimakonferenz sein. Die COP, die braucht ein Ergebnis für den internationalen Klimaschutz. Denn die Lücke zum 1,5-Grad -Pfad ist weiterhin viel zu groß. Aussagen wie Jetzt bin ich bereit sind, auf den 1,5 Grad Fahrt zu kommen." Die EU sei bereit für eine Einigung, so Baerbock. "Und ich möchte an dieser Stelle, weil wir wirklich in Verhandlungen über wichtige inhaltliche Punkte sind, einmal sehr offen und deutlich sagen: Man kann jetzt in alte Reflexe zurückfallen und das ganze schwarz-weiß betrachten. Und ja, es stimmt, es gab Zeiten, in denen die Europäische Union, in denen die Industriestaaten, vielleicht auch mein Land, wahrscheinlich auch mein Land nicht immer alles dafür getan haben, die Lücke zum 1,5-Grad-Pfad zu schließen. Und bei der Klimafinanzierung sind wir nach wie vor nicht da, wo wir eigentlich sein müssten. Aber die Europäische Union hat gerade im letzten und im vorletzten Jahr und wir als neue deutsche Bundesregierung nicht nur erkannt, dass sich diese Zeiten ändern müssen, sondern dafür die entsprechenden Gesetze auf den Weg gebracht." Der Vorschlag der EU hatte zuletzt Hoffnung auf Fortschritte am letzten regulären Tag der Konferenz genährt. Länder und Experten äußerten sich jedoch am Freitag enttäuscht über einen zweiten Entwurf des Gipfelbeschlusses. Das Gastgeberland Ägypten erklärte, mit einer endgültigen Einigung sei nicht vor dem Wochenende zu rechnen. Anlässlich des ursprünglich für Freitag geplanten Abschlusses in Ägypten haben Anhänger der Klimabewegung Fridays for Future vor dem Auswärtigen Amt in Berlin demonstriert. Außerdem zogen sie in einem Protestzug durch die Stadt. Dem Aufruf der Klimaaktivisten folgten Dutzende Menschen, die mit Plakaten, Bannern und teils mit musikalischer Untermalung für Aufmerksamkeit sorgten. Von der Bundesregierung forderten sie einen Plan zum internationalen Ausstieg aus fossilen Energieträgern und einen entsprechenden Finanzierungsstopp von Neuprojekten.
Mehr
Außenministerin Annalena Baerbock sagte in Ägypten, auch bei der Klimafinanzierung seien die Teilnehmenden noch nicht da, wo sie seien müssten. In Berlin gingen unterdessen erneut Anhänger der Klimabewegung Fridays for Future auf die Straße. Sie forderten vom Weltklimagipfel und von der Bundesregierung konkrete Ergebnisse.

Mehr zum Thema

Newsticker