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Video Wenn Kunst und Klima kippen

STORY: Ein paar Grad mehr. Dass dies für das Klima und das Leben auf unserem Planeten eine Schieflage bedeutet, will nun eine Ausstellung mit dem Titel "A FEW DEGREES MORE – WENIGE GRADE, DRAMATISCHER EFFEKT" im Leopold Museum in Wien verdeutlichen. Werke von Klimt, Schiele und anderen wurden hier um ein paar Grad gekippt an die Wände gebracht, 15 insgesamt. Im vergangenen November hatten Klimaktivisten der "Letzten Generation" die Glasscheibe vor einem Gemälde mit Farbe beschmiert, um auf die Dringlichkeit im Kampf gegen die Erderwärmung aufmerksam zu machen. Das war falsch, sagt der Künstlerische Leiter des Museum, Hans-Peter Wipplinger. Aber: "Wir als Leopold Museum wollen unseren Beitrag liefern zu diesen dramatischen Auswirkungen im Kontext der Klimakrise. Wir haben ja selbst darunter gelitten aufgrund einer Attacke auf unser Gemälde von Gustav Klimt 'Tod und Leben', das hinter uns hängt. Aber wir fanden diesen Weg, den absolut falschen. Wir wollten etwas Produktives, etwas Vermittelndes initiieren, das heißt, eine Botschaft transportieren." Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Klimaforschungsnetzwerk CCCA kuratiert. "Hinter mir sehen wir das Gemälde von Gustav Klimt, das er 1900 geschaffen hat, am Attersee im Salzkammergut. Eines unserer wichtigsten Gemälde, das eben auch um einige Grade schief hängt. Als Gustav Klimt 1900 das Gemälde in der Sommerfrische gemalt hat, war die Situation noch eine ganz andere. Eine heile Welt, ein Erholungsraum für die Menschen. Und mittlerweile, in diesen 123 Jahren, hat sich aber vieles geändert. Die Wasseroberfläche ist von der Temperatur her um zwei Grad gestiegen." Wissenschaftliche Texte neben den Werken machen auf die globale Erwärmung und ihre Folgen aufmerksam. Dieser Tourist aus New York zeigt sich begeistert: "Das ist wirklich faszinierend. Ich finde, es ist eine großartige Möglichkeit, die Aufmerksamkeit auf ein wichtiges Thema zu lenken. Wir sind so sehr daran gewöhnt, Gemälde zu sehen, gerade hängen. Deshalb dachte ich zuerst, es sei vielleicht eine Werbung für das Museum selbst. Dann dachte ich, es ist ein wichtiges Thema. Und ich mag den Ansatz." Laut den Vereinten Nationen müssen die Emissionen bis Mitte der 2030er Jahre halbiert werden, wenn die Welt eine Chance haben soll, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen - ein wichtiges Ziel, das im Pariser Abkommen von 2015 verankert wurde. Die Ausstellung, die darauf aufmerksam machen will, läuft in Wien noch bis zum 26. Juni.
Im vergangenen Jahr hatten Klimaaktivisten die Glasscheibe vor einem Klimt-Gemälde im Wiener Museum Leopold beschmiert. Nun will das Haus selbst mit einer Ausstellung auf die Gefahren der Erderwärmung aufmerksam machen.

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