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Wegen Krim-Krise: US-Moderatorin kündigt live bei "Russia Today"

Eine Moderatorin des Senders "Russia Today" hat vor laufender Kamera ihren Job hingeworfen. Sie könne nicht für einen Sender arbeiten, der die Taten Putins beschönigt, so die US-Amerikarin Liz Wahl.

Die Kameras liefen, und Liz Wahl war live auf Sendung, als sie mit ernstem Blick ihren Job beim kremlnahen Sender "Russia Today" kündigte. "Ich kann nicht für einen von der russischen Regierung finanzierten Sender arbeiten, der die Taten Putins beschönigt", sagte die US-Moderatorin mit Blick auf die Krim-Krise. Ihre eigenen Großeltern seien aus Ungarn geflohen - "ironischerweise, um den sowjetischen Truppen zu entkommen". Sie sei "stolz, eine Amerikanerin zu sein und glaube daran, die Wahrheit zu verbreiten", so Wahl. Das sei der Grund, warum sie nach der Sendung ihren Job aufgeben werde.

Bereits einen Tag zuvor hatte eine andere US-Moderatorin mit ihrer scharfen Kritik an Moskaus Politik überrascht. "Was Russland gemacht hat, ist falsch", sagte Abby Martin in ihrer Sendung in der englischsprachigen Ausgabe des Senders. Sie könne gar nicht oft genug sagen, wie sehr sie die Einmischung eines Staates in die Angelegenheiten einer "souveränen Nation" ablehne.

Der Sender "Russia Today" gilt als Sprachrohr der Putin-Regierung. Auf die Kritik von Martin hatte er nicht wie befürchtet mit ihrer Absetzung reagiert, sondern vorgeschlagen, sie solle sich persönlich auf der Krim, "im Epizentrum der Story" ein Bild machen, was Martin jedoch vorerst abgelehnt hat.

car/AFP / AFP
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