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Havariertes Kreuzfahrtschiff: Letzte Leiche aus Wrack der "Costa Concordia" geborgen

Fast drei Jahre liegt das Unglück der "Costa Concordia" mit 32 Toten zurück. Bis heute wurde ein indischer Kellner vermisst. Beim Abwracken des Kreuzfahrtschiffs wurde nun seine Leiche entdeckt.

Die "Costa Concordia" wird im Hafen von Genua abgewrackt

Die "Costa Concordia" wird im Hafen von Genua abgewrackt

Mehr als zweieinhalb Jahre nach dem Untergang des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" ist Medienberichten zufolge die Leiche des letzten noch vermissten Todesopfers gefunden worden. Die sterblichen Überreste des indischen Kellners Russel Rebello seien in einer Kabine auf Brücke acht des Schiffs entdeckt worden, berichtete die Zeitung "La Stampa" am Montag auf ihrer Website unter Berufung auf örtliche Quellen.

Demnach machten Angestellte der Firma Ship Recycling den Fund, die das Wrack in Genua demontieren soll. Die Leiche sei durch umgekippte Möbel in der Kabine versteckt gewesen. Die sterblichen Überreste würden nun rechtsmedizinisch untersucht.

Die "Costa Concordia" war am 13. Januar 2012 bei einem verfehlten Manöver vor der italienischen Insel Giglio auf Grund gelaufen, leck geschlagen und gekentert. 32 der 4200 Insassen kamen bei dem Unglück ums Leben, darunter zwölf Deutsche.

Erst nach langer Vorbereitung gelang es, das Wrack aufzurichten und wieder zum Schwimmen zu bringen. Nach der komplizierten und langwierigen Bergung war es auf einer mehrtägigen Reise in diesem Sommer vom Unglücksort über 350 Kilometer durch das Mittelmeer in den Hafen von Genua geschleppt worden.

"Costa Concordia" wird auseinandergebaut

Seit Ende Juli liegt das Kreuzfahrtschiff dort. Bislang wurde alles herausgebaut, was aus dem Wrack entfernt werden kann, um es leichter zu machen. Dann soll die "Costa Concordia" auseinandergebaut werden.

Der Kapitän Francesco Schettino muss sich wegen fahrlässiger Tötung in mehreren Fällen, Verursachung von Umweltschäden und Verlassen eines Schiffs in Seenot vor Gericht verantworten.

Schettino hatte den kenternden Koloss in einem Rettungsboot verlassen, obwohl noch Menschen an Bord waren. Nach eigener Darstellung war Schettino in das Rettungsboot gefallen und dann an Land geblieben, um von dort aus die Rettungsarbeiten zu koordinieren. Die Hafenbehörde forderte ihn per Handy mehrmals auf, wieder an Bord zu gehen, was er nicht tat.

mka/DPA/AFP / DPA