Absturz bei Buffalo Pilot missachtete Sicherheitsregeln

Der Pilot der bei Buffalo in den USA abgestürzten Passagiermaschine hat offenbar die Regeln der Luftsicherheit missachtet und so den Tod von 49 Menschen verschuldet. Der Autopilot sei eingeschaltet gewesen, obwohl die Wetterverhältnisse dies nicht erlaubten. Unterdessen dauert die Suche nach den Opfern an.

Der Pilot der in Buffalo (US-Bundesstaat New York) abgestürzten Passagiermaschine hat möglicherweise gegen Regeln der Flugsicherheit verstoßen. Das Flugzeug sei vom Autopiloten gelenkt worden, obwohl die Fluggesellschaft und die US-Luftfahrtaufsicht bei Eiswetter eine Steuerung per Hand empfehlen, sagte der Sprecher der Verkehrssicherheitsbehörde NTSB, Steve Chealander, der Onlineausgabe der "New York Daily News". Die Propellermaschine war in der Nacht zum Freitag beim Landeanflug auf den Flughafen in Buffalo in ein Haus gestürzt. Alle 49 Menschen an Bord und ein Mann am Boden kamen dabei ums Leben.

"Bei einer Steuerung per Hand kann man Dinge früher erkennen, als das beim Autopiloten der Fall ist", sagte Chealander. Der Pilot hatte kurz vor dem Absturz stark vereiste Tragflächen und Cockpitfenster gemeldet. Es sei aber unklar, wann genau der Pilot die automatische Steuerung des zweimotorigen Flugzeugs vom Typ Dash 8 Bombardier Q400 einschaltete. "Wenn der Autopilot eingeschaltet bleibt und es zu Vereisungen kommt, könnte der Pilot in eine sehr schwierige Lage kommen", sagte Flugsicherheitsexperte William Voss der Zeitung "Toronto Star". Das Eis verändere die Form der Tragflächen.

Erst 15 Opfer geborgen

Bis zum Sonntag konnten nach Angaben der Behörden zunächst 15 Leichen geborgen werden. Nach Erkenntnissen der Ermittler schlug das Flugzeug flach auf und nicht wie zunächst angenommen steil mit der Nase zuerst. Darauf deute die Lage der Wrackteile hin, hieß es von der NTSB. Bergungstrupps durchkämmten am Wochenende weiter in eisigen Temperaturen das Trümmerfeld. Es wird den Angaben zufolge noch Tage dauern, bis alle Opfer geborgen sein werden.

Unglück geschah "augenblicklich"

Nach den Worten Chealanders ereignete sich das Unglück "augenblicklich". "Sie hatten plötzlich eine ganze Menge (Probleme), und dann sind sie runtergekommen", erläuterte er. Bereits am Freitag waren der Flugschreiber und der Stimmrekorder geborgen worden. Es werde nach allen Richtungen ermittelt, sagte Chealander.

In der Unglücksnacht hatte es in der Region von Buffalo geschneit und geregnet. Wie es hieß, notierten auch die Piloten anderer Maschinen Vereisungen. Flug 3407 war vom Flughafen Newark in New Jersey gestartet. Das zweimotorige Flugzeug der regionalen Gesellschaft Colgan Air flog im Auftrag der Continental Airlines. Nur wenige Kilometer war die Maschine von ihrem Zielflughafen entfernt, als plötzlich der Funkverkehr abriss.

DPA DPA

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