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ADAC-Skihelm-Test: Positives Ergebnis mit teurem Versager

Die meisten Skifahrer tragen heute einen Skihelm. Der ADAC hat 16 Modelle getestet. 13 schnitten mit "gut" und drei mit "befriedigend" ab. Teuer ist nicht besser: Ausgerechnet ein 200-Euro-Modell landete auf dem vorletzten Platz.

Von Gernot Kramper

Der ADAC hat Helme für Ski- und Snowboardfahrer überprüft. Das Ergebnis ist erstaunlich positiv. Von 16 Helmen schnitten 13 "gut" und drei "befriedigend" ab. Sieger wurde Head Sensor, ein robuster und flexibler Helm. Vergleichsweise schlecht schnitt der Cébé Spyner Flex ab, er ist schwer und fällt zu klein aus. Noch schlechter war der Giro Seam: Der 200 Euro teure Markenhelm erreichte nur den zweischlechtesten Platz.

Mittlerweile ist der Skihelm ein alltäglicher Begleiter auf den Skipisten, sagt Wolfgang Pohl, Präsident des Deutschen Skilehrerverbandes: "Vor 30 Jahren haben nur Kinder einen Helm getragen, aber Jugendliche und Erwachsene nicht. Das hat sich total gewandelt: In sportlichen, anspruchsvollen Gebieten schätzen wir die Helmquote auf über 70 Prozent. In leichten Gebieten ist es etwas weniger."

Mit Helm mehr Risikobereitschaft

Ein Helm kann Leben retten. Wolfgang Pohl warnt jedoch vor übertriebenen Erwartungen: "Bei Kopfverletzungen schützt ein Helm auf jeden Fall. Aber wir Skilehrer sagen auch: Ein Helm ist ein Ausrüstungsgegenstand und macht nicht unverwundbar." Es ließe sich beobachten, dass Helmträger ein höheres Risiko eingingen. "Das ist letzten Endes kein Hardwareproblem, sondern ein Softwareproblem im Kopf. Wenn das Verhalten nicht stimmt, nützt der beste Helm nichts. Eine Sicherheitsreserve wie ein modernes Auto kann ein Helm ohnehin nicht bieten. Hier hilft nur ein Sicherheitstraining, wie Skilehrer und Sportverbände es anbieten."

Der ADAC empfiehlt, auf Helme mit spröden Anbauteilen und Kanten wie Helmvisieren zu verzichten. Sie bergen ein hohes Verletzungsrisiko für Personen, die mit dem Helmträger zusammenprallen, aber selbst keinen Helm tragen. Die getesteten Helme unterscheiden sich kaum in der Fähigkeit, einen Stoß aufzunehmen, sondern hauptsächlich in den Lüftungseigenschaften und den Verstellbarkeiten. In der Praxis entscheidet die richtige Passform über Sicherheit und über die Bereitschaft, den Helm überhaupt zu tragen. Von Blindkäufen muss man also abraten. Der ADAC rät, den Helm unter realistischen Bedingungen ausgiebig mit der eigenen Skibrille anzuprobieren. Moderne Helme mit integrierter Brille wurden nicht getestet.

Helm als Modeaccessoire

In Deutschland wurde intensiv über Skihelme diskutiert, nachdem eine Urlauberin vom damaligen Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus im Januar 2009 auf der Piste angefahren wurde und an ihren Verletzungen starb. Das sei ein wichtiger Impuls gewesen, sagt Wolfgang Pohl, aber nur ein Moment in einer langen Entwicklung. "Alle Verbände und Skischulen wirken seit Jahren darauf hin, einen Helm zu tragen. Dazu pusht die Industrie das Thema 'Helm' ungeheuer." Jedes Geschäft bietet top-modische Modelle an. "Junge Fahrer orientieren sich modisch an der Freeride-Szene, da gehören Helm und Rucksack mit dazu. Das sind Einflüsse, die man auch in anderen Ländern ohne Althaus-Effekt bemerkt."

Schon die 16 Modelle im ADAC-Test vermitteln einen Eindruck von der modischen Vielfalt, zumal alle in mehreren Designs angeboten wird. Kleiner Wermutstropfen: Die schicken Lebensretter sind ziemlich teuer. Die günstigsten Modelle kosten 50 Euro, die meisten liegen im Preis zwischen 100 und 200 Euro. In den Skigebieten kann man Helme auch leihen, für Urlauber eine günstige Alternative.

Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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