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Amok-Alarm in Wernigerode: Schülerin schießt mit Schreckschusspistole

In einem Klassenzimmer in Werningerode schießt ein Mädchen mit einer Schreckschusspistole in die Luft. Zwei Mitschüler werden verletzt. Die Schülerin hatte bereits 2011 ein Amoklauf angekündigt.

Mit einer Schreckschusspistole hat eine 15-Jährige an einem Gymnasium in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) im Unterricht in die Luft geschossen. Dabei erlitt ein 14 Jahre alter Mitschüler ein Knalltrauma, wie die Polizei mitteilte. Ein zweiter Junge sei bei der Schießerei am Dienstag leicht im Gesicht verletzt worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Magdeburg, Uwe Hornburg.

Das Mädchen ist eine Wiederholungstäterin. Die Staatsanwaltschaft Magdeburg bestätigte Informationen der Online-Ausgabe der "Mitteldeutschen Zeitung". Demnach war die damals 13-Jährige im November 2011 mit vier Messern und einer Axt in ein Gymnasium im Nachbarort Ballenstedt gezogen und hatte dort Feuer gelegt. Zudem kündigte sie damals einen Amoklauf an.

In Wernigerode stürmten Schüler nach der Schießerei aus Angst aus dem Klassenzimmer und aus der Schule. Andere verharrten geschockt. Die Lage war zunächst völlig unübersichtlich, schilderte ein Sprecher des Gymnasiums. Einem Jungen gelang es laut Polizei, die 15-Jährige auf dem Flur zu überwältigen. Er nahm ihr die Waffe ab. Das Motiv des Mädchens war zunächst unklar, auch die Herkunft der Schreckschusswaffe.

Ermittlung wegen gefährlicher Körperverletzung

Die Staatsanwaltschaft Magdeburg ermittelt gegen sie wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz, wie Hornburg sagte. Die Polizei nahm die 15-Jährige vorläufig fest. "Es muss nun auch geprüft werden, was mit ihr wird", sagte Hornburg. So sei noch unklar, ob sie wieder nach Hause könne, in Untersuchungshaft genommen oder in eine psychiatrische Einrichtung gebracht werde.

Als Schülerin der damals 8. Klasse legte sie 2011 im Erdgeschoss des Gymnasiums in Ballenstdt zwei Brände. Anschließend ging sie mit einem Messer auf einen Mitschüler los. 400 Schüler und 40 Lehrkräfte wurden damals in Sicherheit gebracht. Eine Lehrerin erlitt einen Schock, verletzt wurde niemand. Zum Motiv hieß es, das Mädchen sei möglicherweise psychisch krank. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, dass gegen sie damals nicht ermittelt werden konnte, da sie erst 13 und damit noch strafunmündig war.

In Wernigerode evakuierte die Polizei nach der Schießerei das Gymnasium und durchsuchte das Gebäude. Der Unterricht wurde in allen Klassen abgebrochen. Psychologen vom Kriseninterventionsteam boten am Ort Hilfe an. Besorgte Eltern und Großeltern standen vor der Schule, um Schüler abzuholen. Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot am Ort. In Deutschland waren in der Vergangenheit bei Amokläufen in Erfurt und Winnenden mehr als 30 Schüler und Lehrer ums Leben gekommen.

ds/DPA / DPA