Auto-Attacke im Kreis Cloppenburg Raser wegen versuchten Totschlags in U-Haft


Erschütternde Tat am 1. Mai: Ein Betrunkener rast im Kreis Cloppenburg mehrmals mutwillig in eine Menge Feiernder. Er verletzt 15 Menschen und flieht. Jetzt laufen Ermittlungen wegen versuchten Totschlags, der Mann sitzt in U-Haft.

Ein Betrunkener ist am Maifeiertag mit seinem Auto dreimal mutwillig in eine Gruppe feiernder Fußgänger gerast und hat damit 15 Menschen zum Teil schwer verletzt. Eines der Opfer, eine 19-Jährige, mit dem Hubschrauber in ein Oldenburger Krankenhaus gebracht werden. Sie war erst einen Tag später außer Lebensgefahr und liegt noch immer auf der Intensivstation.

Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, ereignete sich der Vorfall am Samstagvormittag gegen 10 Uhr im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg. Der 19-Jährige Fahrer ärgerte sich offenbar über die beim sogenannten "Frühtanz" auf der Straße feiernden Leute, die ihn trotz lauten Hupens nicht vorbeifahren ließen.

Wie die Polizeisprecherin schilderte, kamen zum traditionellen Frühtanz am 1. Mai viele junge Menschen aus der gesamten Gegend auf der Gemeindestraße in Markhausen zusammen und feierten ausgelassen, zum Teil mit Bollerwagen. Der 19-Jährige, neben dem auf dem Beifahrersitz der Halter des Wagens saß, konnte wegen der Feiernden nicht weiterfahren und machte seinem Unmut mit lautem Hupen Luft. Die Menschen auf der Straße ließen sich davon aber nicht stören und feierten weiter. Einige forderten den Autofahrer mit entsprechenden Gesten zur Umkehr auf.

Nach Zeugenangaben kam es zu einem ersten Zusammenstoß zwischen dem Autofahrer und einer Gruppe von Feiernden, der aber mit einigen Leichtverletzten noch vergleichsweise glimpflich ausging. Nach kurzem Halt setzte der wütende Autofahrer dann seine Fahrt einfach fort. Fußgänger versuchten vergeblich, ihn daran zu hindern.

In seiner Erregung beschleunigte der Mann und raste nach Darstellung der Polizei ein zweites Mal in eine Gruppe von jungen Leuten hinein. Dabei gab es weitere Verletzte. Die empörten jungen Leute versuchten nach der zweiten Kollision erneut, den Autofahrer zu stoppen, rissen die Tür auf und probierten, ihm den Autoschlüssel abzunehmen und den Mann aus dem Fahrzeug zu ziehen. Dem 19-Jährigen gelang es aber, die Tür wieder zu schließen und erneut durchzustarten. Dabei raste er ein drittes Mal in eine Gruppe der Feiernden, wieder gab es Verletzte.

2,1 Promille im Blut

Die beiden Männer flüchteten mit dem Auto. Doch gelang es der Polizei schnell, sie ausfindig zu machen. Der Raser wurde festgenommen und auf die Wache gebracht, wo ein Alkoholtest eine Konzentration von 2,1 Promille im Atem ergab. Eine Blutprobe wurde angeordnet, das Fahrzeug beschlagnahmte die Polizei. Am Sonntag wurde Haftbefehl gegen den Mann erlassen. Ermittlungen wegen versuchten Totschlags laufen. Der Beifahrer, dem das Auto gehört, war nach Angaben der Polizeisprecherin leicht alkoholisiert. Er wurde aber nicht festgenommen.

Neben der schwerverletzten19-Jährigen befinden sich drei weitere Opfer im Alter bis zu 25 Jahren am Sonntag noch immer zur stationären Behandlung im Krankenhaus. Die übrigen elf Angefahrenen kamen mit leichteren Verletzungen davon. Alle 15 kommen aus Friesoythe und Umgebung.

APN APN

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