VG-Wort Pixel

Marodes Haus in Berlin Vermieter baut den Fahrstuhl aus – ältere Bewohner können ihre Wohnung nicht mehr verlassen

Aufzug Berlin
Der Fahrstuhl in dem Haus in Berlin ist nicht mehr nutzbar (Symbolbild)
© PeopleImages / Getty Images
Katastrophale Lage in einem Berliner Wohnhaus: Der Fahrstuhl funktioniert nicht, auch sonst befindet sich das Gebäude in einem schlimmen Zustand. Den Vermieter scheint es nicht zu interessieren.

Schon von draußen wirkt das Haus in der Kulmer Straße im Berliner Ortsteil Schöneberg wenig einladend. Die Fassade ist von einem riesigen Gerüst verdeckt, obwohl nicht zu erkennen ist, dass an dem Gebäude auch tatsächlich gebaut wird. Drinnen wird es aber noch unangenehmer, wie der RBB berichtet.

In einem Beitrag des Senders kommt unter anderem eine ältere Bewohnerin zu Wort. Seit der Vermieter vor einem halben Jahr den Fahrstuhl ausgebaut hat und sich auch nicht mehr um Ersatz kümmert, hat sie ihre Wohnung im vierten Stock nicht mehr verlassen. "Ich habe zwei künstliche Knie und ich kann schlecht laufen", erklärt sie – die Treppen kommen für die ältere Dame damit nicht in Frage.

Haus in Berlin verkommt – der Vermieter kümmert sich nicht darum

So ist sie in ihrer Wohnung gefangen. Müll runterbringen geht nicht, "ich kann nicht mal Brot holen", sagt Marie M. Damit der Abfall nicht zu sehr stinkt, stellt sie die vollen Müllbeutel auf den Balkon. Auch andere Bewohner sind von dem Problem betroffen – und dass, obwohl mit der Miete nach wie vor ein Anteil für den Aufzug abgezogen wird. 

Schimmel in der Wohnung? Dieses neue Start-Up hilft Mietern bei Mängeln

Insgesamt verkommt das Haus mehr und mehr. Wie der RBB zeigt, ist auch der Keller vollkommen vermüllt. Ins Treppenhaus regnet es rein. Offensichtlich kümmert sich niemand um die Missstände. Und auch die Mieter scheinen nicht recht zu wissen, an wen sie sich mit ihren Problemen wenden sollen: Es gebe schlicht keine Hausverwaltung, sagt ein Bewohner.

Nach Auskunft des Berliner Mietvereins ist der ausgefallene Fahrstuhl bereits ein Grund für eine Mietminderung in Höhe von 15 bis 18 Prozent der Warmmiete. Allerdings ist die Immobiliengesellschaft nicht zu erreichen – sie überlässt die Mieter in dem maroden Haus offenbar einfach ihrem Schicksal.

Quelle: RBB-Abendschau

epp

Mehr zum Thema

Newsticker