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Anschlag von Berlin: Amri offenbar kurz nach Anschlag in Berliner Moschee gefilmt

Noch immer gibt es keine heiße Spur des Terrorverdächtigen Anis Amri. In dem für den Anschlag verwendeten Lkw wurden aber die Fingerabdrücke des Tunesiers gefunden. Die Ereignisse des Tages im Berlin-Ticker.

Anschlag in berlin: Mit diesen Bildern fahndet das Bundeskriminalamt nach dem tunesischen Verdächtigen Anis Amri

Anschlag in Berlin: Mit diesen Bildern fahndet das Bundeskriminalamt nach dem tunesischen Verdächtigen Anis Amri

Nach dem Anschlag in Berlin, bei dem 12 Menschen getötet und rund 50 verletzt wurden, fahnden die Ermittler weiter nach einem Mann aus Tunesien. Der 24-jährige Anis Amri sei "dringend tatverdächtig", schreiben Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt in ihrem öffentlichen Aufruf. Gegen den Mann wurde bereits früher in Berlin wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat ermittelt - allerdings ohne Ergebnis. Medienberichten zufolge hat der Verdächtige ein langes Vorstrafenregister: Er soll bereits in Italien und Tunesien zu langen Haftstrafen verurteilt worden sei.

Verfolgen Sie die Entwicklung nach dem Attentat in Berlin im stern-Newsticker:

+++ 22.45 Uhr: Video zeigt Moment des Terroranschlags von Berlin +++

Der Moment des Terroranschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt ist auf dem Video einer Autokamera festgehalten. Das von der "Bild" veröffentlichte Video zeigt aus der Perspektive eines Autofahrers, wie der Lastwagen mit hohem Tempo ungebremst in den Weihnachtsmarkt fuhr. Kurze Zeit später ist zu sehen, wie Menschen vom Tatort weglaufen. Entgegen anderslautenden Aussagen scheinen die Scheinwerfer des Lasters zur Tatzeit eingeschaltet gewesen zu sein. Einblicke in den Weihnachtsmarkt selbst gewährt das Video nicht

+++ 22 Uhr: Amri offenbar kurz nach Anschlag in Berliner Moschee gefilmt +++

Der Terrorverdächtige Anis Amri ist nach einem Bericht des rbb wenige Stunden nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an einem Salafistentreffpunkt in Berlin gefilmt worden. Der Sender veröffentlichte am Donnerstagabend Observationsbilder, die den 24 Jahre alten Tunesier vor einem Moschee-Verein zeigen sollen. Demnach wurde Amri am frühen Dienstagmorgen gefilmt, also knapp acht Stunden nach dem Anschlag. Weitere Observationsbilder sollen den Tunesier an derselben Stelle am 14. und 15. Dezember zeigen. Die Berliner Polizei wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.

Ort der Observation war die Vorderseite des Gebäudes des Moschee-Vereins. Dieser war am Donnerstag nach dpa-Informationen von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei gestürmt worden. Der Moschee-Verein "Fussilet 33" wird im jüngsten Bericht des Berliner Verfassungsschutzes als Treffpunkt von Islamisten geführt. Beim Islamunterricht sollen dort Muslime - meist Türken und Kaukasier - für den bewaffneten Kampf der Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien radikalisiert worden sein.

+++ 20.15 Uhr: Radikalisierung während der Haft in Italien +++

Während seiner Haft in Italien soll Amri bereits Zeichen für eine islamistische Radikalisierung gezeigt habe, berichtet Agentur Ansa. Das ginge aus dem Bericht, den die Strafvollzugsbehörde im italienischen Justizministerium dem Komitee für strategische Antiterrorismus-Analyse Italiens (CASA) nach der Entlassung Amris aus der Haft in Palermo zugestellt hat. Einem christlichen Mithäftling drohte er demnach: “Ich schlage dir den Kopf ab."

+++ 19.50 Uhr: Bericht: Regierung will heimliches Mitlesen von Messenger-Diensten +++

Die Bundesregierung will nach einem Medienbericht das heimliche Mitlesen von Messenger-Diensten wie WhatsApp bei Terrorverdächtigen rechtlich ermöglichen. Per Gesetz solle erlaubt werden, dass Handys in Zukunft mit einer richterlichen Genehmigung komplett überwacht werden können. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung eine entsprechende Abmachung von Justizminister Heiko Maas und Innenminister Thomas de Maizière. Das Gesetz solle bis zur Bundestagswahl im kommenden September in Kraft treten.

+++ 18.12 Uhr: Haftbefehl gegen Amri erlassen +++

Die Bundesanwaltschaft hat am Donnerstag Haftbefehl gegen den flüchtigen 24-jährigen Tunesier Anis Amri wegen des Lastwagen-Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt erlassen. Das teilte eine Sprecherin der Behörde am Abend in Karlsruhe mit.

+++ 18 Uhr: Berliner Polizei stürmt Moschee-Verein - Auch Amri war früher dort +++

Berliner Sicherheitskräfte haben bei einer Reihe von Einsätzen in Berlin nach dem Terrorverdächtigen Tunesier Anis Amri gesucht. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei stürmte auch einen Salafistentreffpunkt im Stadtteil Moabit. Dort soll auch Amri verkehrt haben. Die "Berliner Zeitung" berichtete, bei dem Einsatz gegen den Moschee-Verein "Fussilet 33" seien Blendgranaten benutzt und eine Tür aufgesprengt worden.

Der Moschee-Verein "Fussilet 33" wird im jüngsten Bericht des Berliner Verfassungsschutzes als Treffpunkt von Islamisten geführt.
Beim Islamunterricht sollen dort Muslime - meist Türken und Kaukasier - für den bewaffneten Kampf der Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien radikalisiert worden sein. Auch sei Geld für Terroranschläge in Syrien gesammelt worden. 2015 hatte die Polizei die Räume schon einmal gestürmt. Ein Iman saß zeitweise in Untersuchungshaft. 

+++ 17.24 Uhr: Zustand der Schwerverletzten weiterhin kritisch +++

Zwölf Schwerstverletzte werden weiter in Berliner Kliniken behandelt. Einige von ihnen seien in kritischer Verfassung, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit mit. Die Zahl der Todesopfer sei bisher nicht weiter gestiegen; sie liegt bei 12. Insgesamt 14 mittel- bis leichtverletzte Opfer des Attentats werden zur Zeit noch in Kliniken behandelt, 30 wurden inzwischen entlassen.

+++ 17.15 Uhr: Britischer Lkw-Fahrer sammelt für Angehörige des in Berlin getöteten Kollegen +++

Ein britischer Lastwagenfahrer hat für die Angehörigen des 37-jährigen polnischen Kollegen Lukasz Urban, der beim Anschlag von Berlin getötet wurde, mehr als 50.000 Euro gesammelt. "Obwohl ich Lukasz nicht kannte, hat die Geschichte mich schockiert und angewidert", erklärte der Trucker Dave Duncan, der seine Sammelaktion über die Crowdfunding-Homepage GoFundMe startete. Erst am Dienstag ins Internet gestellt, kamen mit der Sammlung bis Donnerstag 59.000 Euro (rund 50.000 Pfund) zusammen.

+++ 16.32 Uhr: Müllers Weihnachtsbotschaft: "Hass hat in Berlin keinen Platz +++

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat in seiner Weihnachtsbotschaft den Opfern des Anschlags sein Mitgefühl ausgedrückt. "Der Terroranschlag vom Breitscheidplatz überschattet Feiertage und Jahreswechsel", sagte Müller. "Unsere Gedanken sind als allererstes bei den Opfern und bei ihren Familien, Freunden und Bekannten, die den schrecklichen Verlust verarbeiten müssen."

Müller erinnerte zwei Tage vor Heiligabend auch an die teils schwer verletzten Anschlagsopfer, die in den Krankenhäusern um ihr Leben ringen. "Ihre Angehörigen erleben Tage voller Sorge und Angst. Auch sie sollen wissen, dass sie nicht allein sind." Der Regierungschef unterstrich: "Wir wünschen uns unsere Stadt als menschliche Metropole, in der wir alle miteinander sicher und friedlich zusammenleben. Hass hat in unserem Berlin keinen Platz."

+++ 16.09 Uhr: De Maizière bestätigt Fund von Amris Fingerabdrücken im Lkw +++

Ermittler haben Fingerabdrücke des Terrorverdächtigen Anis Amri im Fahrerhaus des Tat-Lkw gefunden. Das teilte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) nach einem Besuch des Bundeskriminalamtes in Berlin mit. "Wir können Ihnen heute mitteilen, dass es zusätzliche Hinweise gibt, dass dieser Tatverdächtige mit hoher Wahrscheinlichkeit wirklich der Täter ist", sagte de Maizière. Er war gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Justizminister Heiko Maas (SPD) beim BKA, um sich persönlich über den Ermittlungsstand nach dem Anschlag in der Hauptstadt zu informieren.

Merkel würdigte die besonnene Reaktion der Bürger auf den Anschlag. "Ich bin in den letzten Tagen sehr stolz gewesen, wie besonnen die Menschen, die große Zahl der Menschen auf diese Situation reagiert", sagte sie.

+++ 15.57 Uhr: Amris Familie zeigt sich erschüttert +++

Die Familie des möglichen Attentäters vom Berliner Weihnachtsmarkt hat sich erschüttert von den Nachrichten über den jüngsten Sohn der Familie gezeigt. Sie könne sich nicht vorstellen, dass ihr Sohn Anis Amri zu solch einer Tat fähig sei, sagte die Mutter des 24-Jährigen, Nur al-Huda, der Deutschen Presse-Agentur. Sie hoffe darauf, dass die Wahrheit bald ans Licht kommt. Die Familie bete mit den Opfern. Nach Angaben der Familie hatte der Bruder sich das letzte Mal am vergangenen Sonntagabend gemeldet. Man habe regelmäßig telefoniert. Nach Amri wird europaweit gefahndet.

+++ 15.55 Uhr: Merkel, de Maizière und Maas informieren sich beim BKA +++

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) informiert sich derzeit beim Bundeskriminalamt (BKA) in Berlin über den Ermittlungsstand nach dem Anschlag in der Hauptstadt. Gemeinsam mit Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und Justizminister Heiko Maas (SPD) traf sie am Nachmittag am BKA-Standort im Stadtteil Treptow ein. BKA-Präsident Holger Münch wollte die Kanzlerin und die Minister persönlich unterrichten.

Es wird erwartet, dass sich Merkel oder die Minister auch zu Medienberichten äußern, dass Fingerabdrücke des terrorverdächtigen Tunesiers Anis Amri am Lastwagen gefunden wurden, mit dem am Montag 12 Menschen getötet und rund 50 verletzt worden waren.

+++ 14.58 Uhr: "Together Berlin" - sechsstündiges Gedenkkonzert am Brandenburger Tor +++

Mit einem Konzert am Brandenburger Tor wollen Berliner Künstler und Politiker morgen der Opfer des Anschlags auf dem Weihnachtsmarkt gedenken. Neben dem Gedenken an die Toten solle unter dem Motto "Together Berlin" für das Leben, gemeinsame Werte und Freiheit demonstriert werden, teilten die Veranstalter mit. Unter anderem sollen die Musiker Max Giesinger, Elen, Graham Candy, The Dark Tenor, Sebastian Hämer sowie Triple L und Valerio Lombardo auftreten. Moderatoren führen durch das rund sechsstündige Programm.

+++ 14.13 Uhr: Vater von Anis Amri sagt, Sohn habe sich erst in Italien radikalisiert +++ 

Der Vater des Terrorverdächtigen Anis Amri glaubt, dass sich sein Sohn erst in Italien im Gefängnis radikalisiert habe. Dies sagte er "The Times" (Bezahlinhalt) in einem Interview. Zwar habe er sich bereits in Tunesien "gewalttätig" gezeigt und sei in Italien in einen Raub und eine Brandstiftung verwickelt gewesen. "Intolerant" gegenüber anderen Religionen sei dieser aber vor seine Abreise aus seinem Heimatland im Jahr 2011 nicht gewesen.

Der Fahndungsaufruf des Bundeskriminalamts

Der Fahndungsaufruf des Bundeskriminalamts zeigt Fotos des tatverdächtigen Tunesiers Anis Amri, der verdächtigt wird, den Anschlag mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin verübt zu haben.

+++ 14.08 Uhr: Bericht - Polizisten untersuchten LKW nicht sofort, um Spur für Hunde nicht zu verderben +++

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" wurde der Anschlags-Lkw erst am Folgetag gründlich untersucht, weil man die Gerüche darin nicht verderben wollte. So sollte des den Spürhunden ermöglicht werden, eine Fährte des Täters aufzunehmen. Das berichtet das Blatt ohne Nennung einer direkten Quelle. Im Laufe des Dienstags hat die Polizei eigenen Angaben zufolge dann eine Geldbörse mit einer Duldungsbescheinigung darin gefunden. Diese sei auf ein Alias des nun zur Fahndung ausgeschriebenen Anis Amri ausgestellt gewesen.

+++ 13.21 Uhr: Rom bestätigt Tod von Italienerin +++

Bei dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt ist eine Frau aus Italien ums Leben gekommen. Das bestätigte die Regierung in Rom. "Italien gedenkt Fabrizia Di Lorenzos, einer von den Terroristen getöteten Musterbürgerin. Das Land schließt sich tief bewegt dem Schmerz der Familie an", schrieb Ministerpräsident Paolo Gentiloni auf Twitter.

Außenminister Angelino Alfano erklärte, dass die deutschen Behörden die Identifizierung der 31-Jährigen abgeschlossen hätten. "Ich bin von Herzen der Familie und ihren Liebsten nahe und teile den enormen Schmerz", sagte Alfano.

+++ 13.06 Uhr: FDP-Chef Lindner kritisiert "Staatsversagen" +++

FDP-Chef Christian Lindner hat nach dem Berliner Anschlag "katastrophale Fehler" der Behörden kritisiert und Vorwürfe gegen NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) erhoben. "Es liegt offenbar ein Staatsversagen vor, das nicht toleriert werden kann", sagte der NRW-Fraktionsvorsitzende. "Es ist ein altes Muster von Herrn Jäger, dabei Verantwortung reflexhaft an andere wegzudrücken."

Wer die Fehler zu verantworten habe, müsse präzise ermittelt werden. Lindner forderte: "Gefährder müssen zukünftig lückenlos überwacht werden. Dafür müssen die technischen und personellen Voraussetzungen geschaffen werden." Notfalls sollten ihnen elektronische Fußfesseln angelegt werden. Jäger müsse aufklären, warum der als Gefährder bekannte Anis Amir nicht effektiv und lückenlos überwacht worden sei, verlangte Lindner. Der Tunesier war im Sommer 2015 nach Deutschland eingereist, hatte sich auch in Nordrhein-Westfalen aufgehalten, laut dem NRW-Innenminister seit Februar 2016 aber überwiegend in Berlin.

+++ 13.04 Uhr: Polizei verstärkt Grenzkontrollen in NRW +++

Die Bundespolizei hat nach dem Anschlag ihre Kontrollen an den nordrhein-westfälischen Grenzübergängen zu Belgien und den Niederlanden verstärkt, wie ein Sprecher mitteilte. Bei den Kontrollen seien der Polizei gestern zwei von der Staatsanwaltschaft gesuchte Männer ins Netz gegangen. Ein 25 Jahre alter Mann war gesucht worden, weil er nach einer Verurteilung wegen schweren Diebstahls zu zwei Jahren Haft gegen Auflagen des Landgerichts Hagen verstoßen hatte. Dem zweiten Mann werden Eigentumsdelikte zur Last gelegt. Der 21-Jährige habe bei der Kontrolle einen gefälschten griechischen Personalausweis bei sich gehabt.

+++ 12.59 Uhr: Bislang kein Hinweis auf enge Verbindung Amris zu Abu Walaa +++

Die Ermittler haben bislang keine Hinweise auf enge Kontakte des Terrorverdächtigen Anis Amri zum kürzlich verhafteten Salafisten-Prediger Abu Walaa. Amri habe zwar in Salafistenkreisen verkehrt und sei auch in entsprechenden Wohnungen gewesen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Es gebe aber bislang keine Informationen darüber, dass der Tunesier ein wichtiges Teil eines salafistischen Netzwerkes sei. Der Salafist habe zudem zwar versucht, an automatische Waffen zu kommen. Es lägen bislang aber keine Erkenntnisse vor, dass er auch in den Besitz von Langwaffen gekommen sei, hieß es weiter.

+++ 12.46 Uhr: Große Hilfsbereitschaft für Familie von polnischem Lkw-Fahrer  +++

Deutsche und Polen wollen der Familie des getöteten polnischen Lkw-Fahrers helfen. "Wir kriegen Unmengen an Anfragen, wie man die Familie unseres Kollegen Lukasz finanziell unterstützen kann", schrieb Ariel Zurawski, Speditionsbesitzer und Cousin des Opfers, auf der Facebookseite des Unternehmens bei Stettin. Der 37 Jahre alte Fahrer, dessen Wagen der Täter wohl am Montag kidnappte und anschließend in die Menge auf dem Weihnachtsmarkt lenkte, hinterlässt seine Frau und einen 17 Jahre alten Sohn. "Wir danken für jedes gute Wort, jeden Rat und jede Hilfe", schrieb Zurawski. "Es ist unglaublich, was für eine Kraft in Menschen steckt."

Berichten zufolge soll der Pole dem Terrorverdächtigen ins Lenkrad gegriffen und dadurch möglicherweise ein größeres Blutbad verhindert haben. Nach der Tat wurde er erschossen in der Fahrerkabine aufgefunden. Für die mögliche Heldentat sollte der Lkw-Fahrer nach Meinung vieler Internetnutzer posthum mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet werden. Dafür starteten sie eine Online-Petition. "Er ist ein Held, der viele Menschen in Deutschland gerettet hat", heißt es in den Kommentaren unter dem Antrag, der bereits mehr als 600 Unterstützer hat.

+++ 12.10 Uhr: Medien melden Fund von Amris Fingerabdrücken an Lkw +++

Bei der Untersuchung des Tatfahrzeugs sollen die Ermittler die Fingerabdrücke des gesuchten Tunesiers Anis Amri an dem Lkw entdeckt haben. Das berichten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR unter Berufung auf eigene Informationen ohne Quellenangabe. Der "Berliner Zeitung" zufolge soll es auch am Lenkrad entsprechende Spuren geben.

+++ 12.05 Uhr: Amri soll sich laut "Spiegel" als Selbstmordattentäter angeboten haben +++

Die Sicherheitsbehörden sollen nach Informationen des "Spiegel" vor Monaten vage Hinweise darauf gehabt haben, dass Anis Amri sich in der Islamistenszene als möglicher Selbstmordattentäter anbot. Dies legten frühere Ermittlungen gegen mehrere Hassprediger nahe, berichtet das Magazin. Entsprechende Äußerungen von Amri aus der Telekommunikationsüberwachung (Internet) seien aber so verklausuliert gewesen, dass sie nicht für eine Festnahme gereicht hätten.

+++ 11.46 Uhr: Berliner Weihnachtsmarkt wieder geöffnet +++

Drei Tage nach dem Terroranschlag hat der Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz wieder geöffnet. Der Schaustellerverband und die Händler luden am Vormittag zu einer Andacht in die Gedächtniskirche. Aus Pietätsgründen soll auf dem Markt auf grelle Beleuchtung und Partymusik verzichtet werden. Die Sicherheit wurde mit großen Betonsperren verstärkt.

Die Händler wirkten bei der Wiedereröffnung sichtlich bewegt. Einige hatten Tränen in den Augen. Auf dem Platz vor der Gedächtniskirche stellten sie Kerzen vor eine Fototafel mit einem Bild des Weihnachtsmarktes vor dem Anschlag. "Wir sind immer noch fassungslos und tief schockiert. Unsere Gedanken sind bei den Verletzten und den Getöteten und bei ihren Familien", teilte der Chef des Schaustellerverbands Berlin, Michael Roden, mit. "Wie durch ein Wunder sind keine Opfer unter den Schaustellern zu beklagen, aber viele meiner Kollegen stehen unter Schock, weil sie das Attentat miterleben mussten und Erste Hilfe geleistet haben."

+++ 11.44 Uhr: Amri angeblich schon an italienischer Schule gewalttätig +++

Der terrorverdächtige Anis Amri ist nach Presseberichten schon als Schüler in Italien als Gewalttäter aufgefallen. "Er schuf in der Klasse ein Klima des Schreckens", schrieb die italienische Tageszeitung "La Stampa" über die kurze Zeit des Tunesiers an einer Schule in Catania auf Sizilien 2011. Der junge Mann habe dort Eigentumsdelikte, Drohungen und Körperverletzung begangen. Als man versuchte, ihn zur Raison zu bringen, habe Amri rebelliert. "Seine Geschichte als guter Migrant endete mit dem Versuch, die Schule anzuzünden", schrieb das Blatt unter Berufung auf seine Strafakte.

Dem Bericht zufolge wurde Amri nach seiner Flucht aus Tunesien im Februar 2011 von der italienischen Polizei registriert. Obwohl er volljährig gewesen sei, habe er sich als minderjährig ausgegeben, weil er sich davon anscheinend Vorteile versprochen habe. Nach den Vorfällen an der Schule habe ihn die Polizei im Oktober 2011 festgenommen. Das italienische Innenministerium wollte die Informationen bislang nicht bestätigen.

+++ 11.42 Uhr: Coca-Cola verzichtet auf Werbefahrt mit Weihnachtstruck +++

Der Brausehersteller Coca-Cola hat eine für morgen geplante öffentliche Werbefahrt mit einem Weihnachtstruck abgesagt. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und Freunden, mit denen wir trauern", teilte das Unternehmen mit. Die Abschlussveranstaltung der sogenannten Weihnachtstour der Coca-Cola-Trucks sollte am Brandenburger Tor stattfinden.

Dem Unternehmen zufolge hätten sich zwar schon "viele Menschen" auf die Veranstaltung in Berlin gefreut. "Aber uns leitet der Respekt vor den Opfern sowie deren Angehörigen und allen anderen Menschen, die von den Ereignissen berührt sind", erklärte Coca-Cola.

+++ 11.28 Uhr: Bachmann konnte laut Polizei keine internen Infos über Attentäter haben +++

Die Berliner Polizei hat ausgeschlossen, dass Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann am Montagabend polizeiinterne Informationen über den Tatverdächtigen hatte. "Das ist schlichtweg unmöglich", sagte ein Polizeisprecher.

Bachmann hatte zwei Stunden nach dem Anschlag unter Berufung auf eine "interne Info aus Berliner Polizeiführung" via Twitter mitgeteilt, dass der Täter ein "tunesischer Moslem" sei. Zu dem Zeitpunkt hatte die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen, der aus Pakistan stammt und am Dienstag freikam, da gegen ihn keine Beweise vorlagen. Stattdessen wird nun seit gestern nach dem Tunesier Anis Amri gefahndet. Im Führerhaus des Tatfahrzeugs waren Ausweispapiere des 24-Jährigen gefunden worden. Die waren laut den Ermittlern am Tatabend aber noch nicht bekannt, sondern wurden erst am Dienstag entdeckt. Deswegen könne die Aussage Bachmanns vom Tatabend nicht stimmen, argumentiert die Polizei. "Die Information, die er da behauptet, kann nicht von der Polizei stammen, da die Polizei die Hinweise erst am Folgetag erlangt hat", sagte der Polizeisprecher.

+++ 11.08 Uhr: Bundesanwaltschaft dementiert Festnahmen +++

Die Bundesanwaltschaft hat Berichte dementiert, dass es im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Anschlag in Berlin vier Festnahmen in Dortmund gegeben haben soll. "Es handelt sich dabei nicht um vorläufige Festnahmen von Beschuldigten oder Tatverdächtigen in diesem Verfahren", sagte ein Sprecher des Generalbundesanwalts der Nachrichtenagentur AFP.

Bei einem möglichen Antiterroreinsatz in Dortmund hatten Berichten zufolge Beamte eine Wohnung gestürmt und vier Menschen festgenommen. Die Dortmunder Polizei wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Einsatz äußern, über den mehrere Medien berichteten.

+++ 10.39 Uhr: RBB berichtet von Panne bei Ermittlungen +++

Nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg konnten die Ermittler gestern auf der Suche nach dem Attentäter geplante Hausdurchsuchungen nicht durchführen, weil die Beschlüsse des zuständigen Gerichts dazu fehlten. Fehler und Unstimmigkeiten bei den Ermittlungsbehörden hätten dazu geführt, berichtet der RBB ohne Angabe von Quellen. Die geplanten Durchsuchungen in Kreuzberg und Prenzlauer Berg fanden daher erst in den frühen Morgenstunden statt.

Wie der RBB weiter berichtet, soll der Attentäter auf der Flucht nicht nur seine Geldbörse mit diversen Dokumenten, sondern auch sein Handy verloren haben.

+++ 10.32 Uhr: WDR meldet Festnahmen bei Anti-Terror-Einsatz in Dortmund +++

In Dortmund hat es nach WDR-Informationen einen Anti-Terror-Einsatz gegeben. Dabei sollen vier Personen festgenommen worden sein. Ob die Aktion im Zusammenhang mit der Fahndung nach dem Tatverdächtigen beim Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt steht, war zunächst nicht bekannt. Eine Stellungnahme der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe war zunächst nicht zu erhalten.

+++ 9.41 Uhr: FPÖ-Politiker Hofer distanziert sich von Anti-Merkel-Attacken +++

Der ehemalige FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer hat sich nach dem Anschlag in Berlin von den Anti-Merkel-Attacken anderer europäischer Rechtspopulisten distanziert. "Ich möchte Angela Merkel nicht für den Terror verantwortlich machen. Und schon gar nicht sagen, sie ist jetzt schuld, dass in Berlin Menschen zu Tode gekommen sind", sagte Hofer der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Allerdings sei auch klar, dass die von Merkel initiierte Willkommenspolitik viele ins Land gelockt habe, "die gar keine echten Flüchtlinge sind." 

Der nordrhein-westfälische Landeschef der AfD, Marcus Pretzell, hatte im Zusammenhang mit dem Lastwagenanschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin von "Merkels Toten"  gesprochen.

Hofer hatte jüngst die Bundespräsidentenwahl in Österreich gegen den Grünen-nahen Alexander Van der Bellen verloren.

+++ 9.21 Uhr: CDU-Vize Laschet "erschüttert" über Sicherheitsbehörden +++

CDU-Bundesvize Armin Laschet hat die Sicherheitsbehörden scharf kritisiert: "Die Informationen, die wir seit gestern bekommen, die können einen nur erschüttern, wie Behörden hier gearbeitet haben", sagte Laschet im Deutschlandfunk. Auf die Frage, welche Behörden er konkret meine, antwortete er: "Das muss man erstmal untersuchen. Das erste ist natürlich: Die Quelle führt leider, wie so häufig, nach Nordrhein-Westfalen."

Der gesuchte Anis Amri war in einer Asylbewerberunterkunft in NRW gemeldet, hielt sich seit Februar aber vor allem in Berlin auf, wie NRW-Innenminister Ralf Jäger gestern gesagt hatte. Dazu meinte Laschet: "Und dann sagt man: Der ist jetzt nach Berlin abgereist und damit - so klingt es nach den gestrigen Stellungnahmen des hiesigen Innenministers - ist der Fall für uns erledigt, jetzt ist halt Berlin zuständig." Es brauche Mechanismen zwischen den Bundesländern, damit sich Gefährder wie Amri nicht der Kontrolle entziehen könnten. Tatsächlich arbeiten die Behörden von Bund und Ländern allerdings bereits im Gemeinsamen Terrorabwehrzentrum (GTAZ) in Berlin zusammen - dort wurden auch Informationen über Amri wegen Kontakten in die Islamisten-Szene ausgetauscht.---

+++ 8.18 Uhr: CSU-Innenpolitiker will Abschiebehaft verlängern +++

Der CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer hat nach dem Berliner Terroranschlag Konsequenzen für die Asylpolitik gefordert. Der Fall zeige "wie unter einem Brennglas", wo die Defizite liegen, sagte Mayer im RBB-Inforadio. Das Aufenthaltsrecht und die Sicherheitsgesetze müssten verschärft werden.

Mayer forderte etwa eine Verlängerung der Abschiebehaft und begründete dies mit Blick auf den gesuchten Tatverdächtigen aus Tunesien: "Er konnte nicht abgeschoben werden. Er war sogar in Abschiebehaft, musste nach einem Tag wieder entlassen werden. Also, wir müssen deshalb die Dauer der Abschiebehaft verlängern." Außerdem müsse Tunesien zum sicheren Herkunftsland ernannt werden. Dies hatten die Grünen im Bundesrat bisher verhindert.

+++ 7.32 Uhr: Polizei durchsucht Flüchtlingsheim in Emmerich +++

Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt haben Polizisten eine Flüchtlingsunterkunft im nordrhein-westfälischen Emmerich durchsucht. Die Aktion am Donnerstagmorgen, an der schätzungsweise 100 Beamte beteiligt waren, darunter Spezialeinsatzkräfte, war nach etwa einer Stunde beendet. Über das Ergebnis war zunächst nichts bekannt. Bereits am Mittwoch hatten in der Nähe des Heimes Polizisten Position bezogen. Ein Sprecher der Polizei wollte sich zu der Durchsuchungsaktion nicht näher äußern und verwies auf den Generalbundesanwalt. Aus Karlsruhe war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

+++ 6.36 Uhr: Israelin unter den Toten des Anschlags +++

Unter den Todesopfern des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt ist auch eine israelische Frau. Dies bestätigte ein Sprecher des israelischen Außenministeriums. Die israelische Botschaft kümmere sich um die Überführung der Leiche in die Heimat. Die Frau war mit ihrem Mann auf dem Weihnachtsmarkt gewesen und nach dem Anschlag am Montagabend als vermisst gemeldet worden.

Ihr Mann, ebenfalls israelischer Staatsbürger, wurde bei der Attacke schwer verletzt. Er sei mehrmals operiert worden, schwebe aber nicht mehr in Lebensgefahr, berichtete die Nachrichtenseite "ynet". Das Ehepaar habe zwei erwachsene Kinder. Sie waren in Berlin, um bei der Identifizierung zu helfen.

+++ 6.28 Uhr: Familie hat offenbar Kontakt zum freigelassenen Pakistaner verloren +++

Der nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt zunächst festgenommene und später wieder freigelassene Pakistaner ist für seine Familie anscheinend nicht mehr erreichbar. Der Vater des 23-jährigen Flüchtlings sagte der pakistanischen Zeitung "Dawn", sein Sohn habe ihn nach der Freilassung am Dienstag nicht kontaktiert. Ein in Berlin lebender pakistanischer Aktivist namens Wajid Baloch aus Baluchistan, der Heimat des jungen Mannes, sagte der Zeitung, der junge Mann sei auch nicht in seine Flüchtlingsunterkunft zurückgelehrt. Er selbst stehe mit dem Leiter der Unterkunft in Kontakt, das Telefon des 23-Jährigen sei aber ausgestellt. Auch das britische Boulevardblatt "Daily Mail" berichtete, der Mann sei für sein Umfeld nicht erreichbar und habe sein Telefon offenbar ausgeschaltet. Die Berliner Polizei verwies auf Anfrage auf die Bundesanwaltschaft, die für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar war.

+++ 5.30 Uhr: Amri soll zum Bau von Sprengsätzen recherchiert haben +++

Der gesuchte Anis Amri, soll sich im Internet über den Bau von Sprengsätzen informiert und direkten Kontakt zum IS gehabt haben. Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf Aussagen nicht näher genannter amerikanischer Offizieller. Unklar blieb zunächst, auf welchen Zeitraum sich diese Angaben beziehen. Dem Bericht zufolge stand Amri mindestens einmal über den Messengerdienst Telegram in Kontakt zum IS. Sein Name habe zudem auf der Flugverbots-Liste der USA gestanden.

+++ 4.49 Uhr: EKD-Chef Bedford-Strohm lobt Reaktion von Politik auf Anschlag +++

Der Ratsvorsitzende der Evangelische Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat die Politik für den Umgang mit dem Anschlag in Berlin gelobt. "Ich habe sehr viel Besonnenheit gespürt in den Äußerungen der maßgeblichen Politiker und sehr viel Innehalten", sagte der bayerische Landesbischof in einem Interview. "Ich habe den Eindruck, dass Deutschland sehr reif mit diesem Ereignis umgeht." Zugleich warnte er aber davor, aus dem Anschlag polititsches Kapital zu schlagen. Der Ratsvorsitzende kündigte einen Besuch bei der Klausur der CSU-Landesgruppe im Bundestag Anfang Januar an. Die christlichen Kirchen sind gegen die von der CSU geforderte Obergrenze bei der Aufnahme von Flüchtlingen.

+++ 0.00 Uhr: SEK überprüft Mann in Berlin +++

Auf der Suche nach dem terrorverdächtigen Tunesier Anis Amri hat ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei im Berliner Stadtteil Kreuzberg einen Mann überprüft. Es habe sich aber nicht um den Gesuchten gehandelt, erklärte Polizeisprecher Winfrid Wenzel. Zuvor hatte der Berliner "Tagesspiegel" über die Kontrolle berichtet.

+++ Was im Laufe des Mittwochs über den gesuchten Anis Amri bekannt geworden ist +++

- Amri soll nach italienischen Medienberichten vier Jahre in Italien im Gefängnis gesessen haben. Anis Amri sei 2011 als Flüchtling nach Italien gekommen und in einem Auffanglager für Minderjährige auf Sizilien untergebracht worden, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Ermittlerkreise. In dem Lager habe er Sachbeschädigungen und "diverse Straftaten" begangen. Nach Berichten der Zeitung "La Stampa" soll er das Auffanglager angezündet haben. Als Volljähriger wurde er den Informationen zufolge festgenommen, kam vor Gericht und wurde zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach Verbüßung der Strafe sei er des Landes verwiesen worden, hieß es weiter. Bei der geplanten Ausweisung habe es jedoch Probleme mit den tunesischen Behörden gegeben. Amri habe Italien verlassen und sich nach Deutschland absetzen können.

Der Fahndungsaufruf des Bundeskriminalamts

Der Fahndungsaufruf des Bundeskriminalamts zeigt Fotos des tatverdächtigen Tunesiers Anis Amri, der verdächtigt wird, den Anschlag mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin verübt zu haben.

- Laut "Focus" soll Amri soll zu einem Terrornetzwerk gehören, das offenbar seit 2015 Anschläge in Deutschland geplant haben soll. Es habe sich um den inzwischen inhaftierten Hildesheimer Hassprediger Abu Walaa gebildet, berichtet das Magazin unter Berufung auf Akten und Vermerke der Bundesanwaltschaft.

Demnach soll es verschiedene Attentatspläne gegeben haben: Überfälle auf Polizeistationen, Hinterhalte für selbst alarmierte Beamte und ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen, der in eine Menschenmenge habe gesteuert werden sollen. Ein eingeschleuster verdeckter Ermittler des Landeskriminalamts soll dem Magazin zufolge zudem berichtet haben, dass die Gruppe sich bereits Waffen mit Schalldämpfern beschafft habe.

- Die Berliner Justiz hat folgende Informationen über ihre früheren Ermittlungen gegen den zur Fahndung ausgeschriebenen Anis Amri bekannt gegeben: Gegen Amri sei im März ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Im September sei Amris Überwachung dann aber beendet worden. Bei den Ermittlungen sei es um Informationen gegangen, wonach Amri einen Einbruch plane, um sich dabei Mittel für den Kauf automatischer Waffen zu beschaffen - "möglicherweise, um damit später mit noch zu gewinnenden Mittätern einen Anschlag zu begehen", fügte die Staatsanwaltschaft hinzu.

Amri sei daraufhin observiert worden, auch seine Kommunikation sei überwacht worden. Allerdings hätten die "umfangreichen Überwachungsmaßnahmen" keine Hinweise zu den Vorwürfen erbracht. Deshalb habe "keine Grundlage für eine weitere Verlängerung der Anordnungen zur Überwachungsmaßnahmen mehr" bestanden, diese seien im September beendet worden, hieß es in der Justizerklärung.


kng/dre/fin / DPA / AFP