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Bohrloch-Unglück: Obduktion - kleiner Julen starb sofort an Schädel-Hirn-Trauma

Spanische Medien berichten, dass der kleine Julen unmittelbar nach dem Sturz gestorben sei. Das habe die Obduktion ergeben. Das Kind sei ungebremst 71 Meter in die Tiefe gestürzt und dort auf den Felsboden aufgeschlagen.

Der zweieinhalbjährige Julen war am 13. Januar in ein illegal gegrabenes und nicht markiertes Bohrloch gefallen, während seine Eltern in der Nähe picknickten. Diese Art von Löchern finden sich zuhauf im Süden Spaniens. Wegen der fortlaufenden Dürre beauftragen Bauern Firmen, die diese Bohrungen illegal durchführen. Sie hoffen, in der Tiefe auf Wasser zu stoßen.

Das Loch, das Julen zum Verhängnis wurde, war – wie viele andere auch – nur provisorisch abgedeckt. Es wird vermutet, dass sich die Abdeckungssteine etwas verschoben hatten, sodass das kleine Kind in die Tiefe fiel.

Die Eltern von Julen, Jose Rosello (l.) und Victoria Garcia, hofften bis zuletzt an ein Wunder

Die Eltern von Julen, Jose Rosello (l.) und Victoria Garcia, hofften bis zuletzt an ein Wunder

DPA

Hunderte Ingenieure, Polizisten und Bergbauexperten waren danach rund um die Uhr im Einsatz, in der Hoffnung den Jungen lebend retten zu können. In der Nacht zum Samstag starb diese Hoffnung, als zwei Bergleute in das Bohrloch vorstießen und die Leiche des Jungen fanden.

Kein langes Leiden im Schacht

Nun liegen laut der Zeitung "Málaga Hoy" die ersten Ergebnisse der Obduktion vor. Demnach starb das Kind unmittelbar nach dem Sturz an den Folgen einer Kopfverletzung, berichtet das Blatt unter Berufung auf anonyme Quellen, die mit dem Fall betraut sind. Ein Team von fünf forensischen Experten habe demnach den Körper des Kindes am Institut für Rechtsmedizin in Malaga untersucht. Todesursache sei ein Schädel-Hirn-Trauma gewesen.

Die Zeitung "La Vanguardia" berichtete außerdem, dass der Körper mehrere Verletzungen aufweise, die er sich beim Sturz in die Tiefe zugezogen habe.

Der Vertreter der Regierung von Andalusien, Alfonso Rodríguez Gómez de Celis, wollte offiziell keine Einzelheiten der Untersuchung nennen, aber auch er bestätigte, dass der Junge 71 Meter ungebremst nach unten fiel und dort auf den Steinboden traf.

Versteinerte Gesichter bei den Bergleuten, die den Jungen nur tot bergen konnten.

Versteinerte Gesichter bei den Bergleuten, die den Jungen nur tot bergen konnten.

DPA

Kein "Airbag" bremste den Fall

Ungeklärt ist bislang, wo ein kleiner Pfahl herkam, der oben auf der Leiche des Kindes lag. Wahrscheinlich ist er mit dem Kind in die Tiefe gefallen. Alfonso Rodríguez Gómez de Celis wies auch die sogenannte "Airbag-Theorie" zurück. Demnach hätte sich in dem engen Schacht eine Art Luftkissen unter dem fallenden Körper bilden können, welches den Sturz gemildert hätte.  Auf dieser Annahme gründete sich die Hoffnung, dass das Kind den Sturz in die Tiefe überlebt haben könnte.

Gómez de Celis ging zudem noch auf die Rettungsoperation ein. Julens Leiche wurde von zwei Bergleuten gefunden, nachdem sie einen vier Meter langen horizontalen Stollen fertiggestellt hatten, um so das ursprüngliche Bohrloch zu erreichen. Der Beauftragte bedauerte, dass trotz der kolossalen Anstrengungen aller Beteiligten, die Mission nicht das "Ergebnis erreichte, das wir alle wollten."

Quellen: Málaga HoyLa Vanguardia