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Bombenentschärfung in Köln Sendezentrum von RTL und ntv geräumt – da wurde spontan an der frischen Luft gesendet

NTV Draußen
Wegen der Evakuierung trug Moderator Christoph Teuner die Nachrichten bei winterlichen Temperaturen vom Rheinufer aus vor
© Screenshot Twitter.com / Sonja Schwetje
Wegen einer Bombenentschärfung mussten die Sender RTL und ntv ihr Sendezentrum in Köln räumen. Der Sendebetrieb geht weiter – teilweise wird an der frischen Luft moderiert. Gegen Mittag gab es Entwarnung.

Wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe in Köln haben die Redaktionen der Fernsehsender RTL und ntv am Dienstag ihr Sendezentrum räumen müssen - ntv improvisierte daraufhin und sendete kurzerhand Open Air vom Rheinufer. Moderator Christoph Teuner stand bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf der gegenüberliegenden Rheinseite und führten durch die Live-Sendung.

Der Sende- und Produktionsbetrieb werde aufrechterhalten, teilte RTL mit. Die technische Abwicklung erfolge hauptsächlich vom Außenstandort Ossendorf im Kölner Westen. Das evakuierte Sendezentrum befindet sich in den historischen Messehallen von Köln auf der rechtsrheinischen Seite im Osten der Stadt.

Die Mitarbeiter der betroffenen Sender nahmen es offenbar sportlich und twitterten über die Ausnahmesituation und von ihren Notarbeitsplätzen aus. ntv-Chefredakteurin Sonja Schwetje dokumentierte die Räumung mit einem Video: 

 

Moderatorin Mara Bergmann twitterte aus der Notmaske in einem Café:

Um den Sendeablauf möglichst wenig zu beeinträchtigen, sei zunächst noch eine Notbesetzung von RTL und ntv im Gebäude der Mediengruppe im Einsatz. ntv werde während der Evakuierung live von außerhalb des gesperrten Bereichs senden, teilte eine Sprecherin des Nachrichtensenders mit. Das RTL-Mittagsmagazin "Punkt 12" werde von Katja Burkard in Berlin produziert.

10.000 Menschen müssen Arbeitsplatz räumen

Rund 10.000 Beschäftigte müssen wegen der Entschärfung insgesamt vorübergehend ihre Arbeitsplätze verlassen. Das sagte eine Sprecherin der Stadt Köln der Deutschen Presse-Agentur. Die Bombe liegt am rechten Rheinufer in einer Gegend mit vielen Firmenzentralen. Bei der Mediengruppe RTL sind rund 3500 Mitarbeiter beschäftigt. 

"Wir sind da in engem Austausch mit den Firmen, die uns auch melden, wenn die Gebäude leer sind", sagte eine Sprecherin des Kölner Ordnungsamtes zu ntv. Anschließend werde nochmal von der Stadt nachkontrolliert. "Das ist eine ganz normale Kampfmittellage, wie wir sie letztes Jahr 25 mal hatten", sagte die Sprecherin. "Wir Kölner sind da schon sehr erprobt. Die Besonderheit ist für uns diesmal, dass größtenteils Firmen betroffen sind und weniger Anwohner."

Die Bombe sei durch Zufall bei Bauarbeiten gefunden worden. "Wir haben eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe mit einem Aufschlagzünder, das ist auf jeden Fall schon sicher, und der muss dann halt entschärft werden", sagte die Sprecherin in dem ntv-Interview.

Bombe gegen Mittag entschärft

Auch der Zugverkehr wurde durch die Maßnahmen massiv beeinträchtigt. Der Bahnhof Köln Messe/Deutz wurde ab neun Uhr nicht mehr angefahren. Am Hauptbahnhof sei einem Konzernsprecher der Deutschen Bahn zufolge durch die Sperrung der Hohenzollernbrücke ab 12 Uhr mit Beeinträchtigungen zu rechnen. Diese sollen bis zum späten Mittag andauern. Wie viele Züge betroffen sind, war zunächst unklar. 

Gegen Mittag war die Bombe entschärft: "Um 11.53 Uhr meldeten die Sprengstoffexperten dem Ordnungsamt Entwarnung. Von der Weltkriegsbombe mit einem Aufschlagzünder geht keine Gefahr mehr aus", teilte die Stadt am Dienstagmittag mit. Der Blindgänger werde nun verladen, in einem spezialisierten Fachbetrieb zerlegt und entsorgt. Alle Sperrungen könnten nun aufgehoben werden, die rund betroffenen Beschäftigten verschiedener Firmen könnten zurück an den Arbeitsplatz.

Die Hohenzollernbrücke und der benachbarte Hauptbahnhof sind einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im deutschen Eisenbahnnetz. Während der Entschärfung werden neben der Hohenzollernbrücke auch der Schiffsverkehr auf dem Rhein und der Luftraum gesperrt.

Quellen: DPA, ntv.de, Twitter

rös

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