VG-Wort Pixel

Corona in China Kurz vor Olympia: Millionenstadt südlich von Peking muss in Lockdown, der so nicht heißen darf

Corona-Test in China
Corona-Test in der chinesischen Stadt Hangzhou
© AFP
Kurz vor Olympia bröckelt das Bild von Chinas perfektem Corona-Management. Eine Millionenstadt südlich von Peking muss in den Lockdown. Der darf aber so nicht genannt werden.

Es sind nur noch wenige Tage bis zu den Olympischen Winterspielen in Peking. Was ein PR-Event für das Reich der Mitte und das Regime von Staatspräsident Xi Jinping werden sollte, droht in der Corona-Pandemie unterzugehen. Die Omikron-Welle kratzt massiv am mühsam aufgebauten Bild eines Landes, das das Virus völlig im Griff habe. So wurden die Einwohner der südlich von Peking gelegenen Millionenstadt Xiong'an nun von einem Lockdown überrascht. Der darf mit Blick auf Olympia aber offenbar nicht so genannt werden darf.

Wie "Zeit online" unter Berufung auf Quellen in der Stadt berichtet, setzten Uniformierte bereits am vergangenen Montag Restaurant-Schließungen kurzfristig um. Die 1,2 Millionen Einwohner dürfen seither ihre Wohnviertel vorerst nicht verlassen, wie ein Mitarbeiter der örtlichen Gesundheitsbehörden am Freitag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Der Lockdown sei dann am Dienstag offiziell verhängt worden. Der Grund: Fünf neue positive Fälle waren gemeldet worden. Die Maßnahme solle etwa eine Woche gelten. Corona-Restriktionen werden in China üblicherweise öffentlich angekündigt. In diesem Fall wurde der Lockdown aber offenbar ohne Ankündigung verhängt. 

China: Null-Covid-Strategie auf harter Probe 

Die Regierung in Peking verfolgt eine strikte Null-Covid-Strategie: Der geringste Hinweis auf das Virus führt zu gezielten Lockdowns, der Rückverfolgung von Kontakten und langen Quarantänen. Die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus sowie die am kommenden Freitag beginnenden Olympischen Winterspiele in Peking stellen diese Strategie jedoch auf eine harte Probe. 

Das chinesische Gesundheitsministerium teilte am Freitag mit, es seien 39 neue inländische Corona-Fälle verzeichnet worden, darunter 22 Omikron-Infektionen in der nahe Shanghai gelegenen Provinzhauptstadt Hangzhou. Zudem wurden zwei Olympia-Athleten und acht Offizielle bei ihrer Ankunft in China am Donnerstag positiv getestet. Damit erhöhte sich die Zahl der Corona-Fälle im Zusammenhang mit den Winterspielen auf 89.

Bisher längster Lockdown erst kürzlich beendet

Erst am Montag war einer der längsten Corona-Lockdowns in China beendet worden. In der seit dem 22. Dezember von einer kompletten Ausgangssperre betroffenen Stadt Xi'an im Norden des Landes hoben die Behörden die meisten Beschränkungen wieder auf. 

Nach Angaben des chinesischen Gesundheitsministeriums vom Freitag wurden landesweit 39 neue Corona-Fälle verzeichnet. 

dho AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker