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Apollo Bay, Australien Desinfektionsmittel statt Gin: Schnapsbrennerei ruft Flaschen mit falschem Etikett zurück

Flaschen als Symbolfoto für Schnapsbrennerei
Die Flaschen seien falsch etikettiert und nicht versiegelt gewesen sein, heißt es (Symbolfoto)
© CHROMORANGE / Rolf Poetsch/ / Picture Alliance
Eine fatale Verwechslung hat eine Schnapsbrennerei in Australien zu einem Rückruf veranlasst. Flaschen, die eigentlich Gin enthalten sollten, enthielten in Wirklichkeit Desinfektionsmittel. 

Eine kleine Schnapsbrennerei an der australischen Küste hat versehentlich mehrere Flaschen falsch etikettiert. Statt Gin enthielten diese ein Handdesinfektionsmittel. Die Apollo Bay Distillery im australischen Bundesstaat Victoria veröffentlichte jetzt einen Rückruf auf seiner Facebook-Seite. 

Demzufolge sollen die betroffenen Flaschen der Marke SS Casino Dry Gin zwischen Freitag, den 5. Juni ab 17 Uhr und Sonntag, dem 7. Juni bis 19.30 Uhr in einem Hotel-Restaurant namens Great Ocean Road Brewhouse verkauft worden sein. Die neun 700ml-Flaschen seien zudem nicht korrekt versiegelt gewesen und enthielten 1,45 Prozent Glyzerin und 0,125 Prozent Wasserstoffperoxid, die üblicherweise in Reinigungsmitteln und Handdesinfektionsmitteln verwendet werden. 

Käufer werden daher gewarnt, aus den Flaschen zu trinken, da der Verzehr Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Blähungen, Erbrechen, Durst und Durchfall zur Folge haben kann. "Wenn Sie eines dieser Symptome verspüren, suchen Sie bitte ärztlichen Rat", so der Hinweis.

Auch deutsche Brennerei stellte Desinfektionsmittel her

Wie das Nachrichtenportal "7News" berichtet, zeigte eine Frau offenbar tatsächlich Symptome. "Hatte ein Glas davon zur Mittagszeit und hatte wirklich schlimme Kopfschmerzen", so die Frau, deren Kommentar inzwischen offenbar wieder gelöscht wurde. Eine Stunde später sei ihr schlecht geworden und sie habe eine Tablette gegen Übelkeit nehmen müssen. 

Kunden, die das Produkt in der besagten Zeit gekauft haben, sollen es zurückbringen, um den Kaufpreis erstattet zu bekommen. 

Videoquelle.

Wie es zu der Verwechslung kam, geht aus dem Posting nicht hervor. Jedoch hatten angesichts der Corona-Krise auch in Deutschland Brennereien, die Schwierigkeiten hatten, ihre Produkte an den Markt zu bringen, aus ihren Alkoholbeständen Desinfektionsmittel hergestellt. So beispielsweise die Deutsche Spirituosen Manufaktur, die ihre Produktion entsprechend umstellte und Tausende Flaschen an 120 Berliner Altenheime verschenkte.

Quellen: Facebook, "7News"

jek

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