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Mecklenburg-Vorpommern: In Deutschland leben wilde Nandus - aber das sorgt für mehrere Probleme

Mecklenburg-Vorpommern hat ein Problem - und zwar mit Nandus. Die aus Südamerika stammenden Tiere fühlen sich in unseren Breitengraden so wohl, dass sie langsam zu einer Bedrohung werden.

Ein Nandu auf einem Feld in Mecklenburg-Vorpommern

Nandus machen den Landwirten in Mecklenburg-Vorpommern das Leben schwer.

DPA

Eigentlich leben sie in Südamerika: Nandus. Die Vögel, die etwas kleiner sind als Strauße, lieben das Grasland im zentralen Argentinien sowie Uruguay und sind selbst im Nordosten Brasiliens zu finden. Große Höhen meiden sie. Aber wie gesagt: eigentlich.

Denn offensichtlich haben die Laufvögel gefallen am deutschen Schietwetter gefunden. Trotz Bemühungen um eine "Geburtenkontrolle" hat sich Europas einzige wilde Nandu-Population seit dem Frühjahr mehr als verdoppelt.

Aber von vorne: Bereits seit rund 20 Jahren gibt es freilebende Nandus in Europa. Um genauer zu sein in Nordwestmecklenburg, zwischen dem Schaalsee und der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein. Damals erwischten acht der flugunfähigen Vögel aus einer Farm – und vermehrten sich.

Die Nandus verbreiten sich schnell

Mittlerweile ist aus den acht Tieren eine hohe dreistellige Zahl geworden: Bei der Herbstzählung vor rund zwei Wochen hat man insgesamt 566 Tiere gezählt. Davon sind allein 294 Jungvögel aus diesem Jahr, teilte das Landwirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern in dieser Woche mit.

Um den Bestand der Nandus zu kontrollieren, waren laut Ministerium 190 Eier angebohrt worden, damit daraus keine Jungtiere schlüpfen. Minister Till Backhaus (SPD) kündigte an, prüfen zu lassen, ob der Populationsanstieg auch anders bekämpft werden könnte.

Gefahr für Raps und Co.

Grund hierfür: Die normalerweise harmlosen Tiere machen Landwirten das Leben zur Hölle. Regelmäßig richten sie Schäden auf Getreide- und Rapsfeldern an. Deswegen fordert der Bauernverband nun, dass männliche Nandus geschossen werden dürfen.

Als Ursache für den Anstieg wird übrigens der warme und trockene Sommer in diesem Jahr vermutet. Nur Monate zuvor, bei der Frühjahrszählung, sind es Angaben zufolge nur 205 Tiere gewesen.

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pawlo / DPA