Erdbeben in China Zahl der Toten könnte 50.000 erreichen

Nach dem Erdbeben in China könnte die Zahl der Toten mehr als 50.000 erreichen. Das berichteten amtliche Medien unter Hinweis auf den Krisenstab. Und es werden in der Unglücksregion immer noch Zehntausende Menschen vermisst oder sind unter den Trümmern begraben.

Bei dem verheerenden Erdbeben in China sind nach Angaben der Regierung vermutlich mehr als 50.000 Menschen getötet worden. "Die Zahl der Toten wird auf über 50.000 geschätzt", erklärte laut Fernsehberichten in Peking das nationale Rettungszentrum. Bisher waren 20.000 Tote offiziell bestätigt worden.

China war am Montag von einem Erdbeben der Stärke 7,8 auf der Richter-Skala erschüttert worden. Noch immer werden in der Unglücksregion Zehntausende Menschen vermisst oder sind unter den Trümmern begraben.

Drei Tage nach dem Erdbeben in der Provinz Sichuan wächst auch die Angst vor Epidemien in der Erdbebenregion, wie das Staatsfernsehen berichtete. Es fehlt an sauberem Trinkwasser, Nahrung, Medikamenten und Desinfektionsmitteln. Der Minister für Wasserressourcen, Chen Lei, von einer "ernsten Gefahr". Viele der Wasserreservoiers in Sichuan wiesen "erhebliche Schäden" durch das Erdbeben auf.

Für mehr als 20.000 Verschüttete schwinden mit jedem weiteren Tag die Überlebenschancen. Rund 65.000 Menschen sind verletzt, davon mehr als 10.000 schwer. Zehntausende Soldaten sind im Katastrophengebiet im Einsatz, um bei den Bergungsarbeiten zu helfen.

Den Überlebenden drohte indessen neue Gefahr durch beschädigte Staudämme. Nach Angaben der Regierung in Peking sind in Sichuan 391 Dämme beschädigt worden, darunter 2 große und 28 mittelgroße Wasserreservoirs. Der Minister für Wasserressourcen, Chen Lei, sprach in Peking von einer "ernsten Gefahr". Viele der Wasserreservoirs in Sichuan wiesen "erhebliche Schäden" durch das Erdbeben auf.

Nach mehr als drei Tagen unter Trümmern konnte unterdessen eine 22 Jahre alte Frau gerettet werden. Sie wurde in Dujingyan in Sicherheit gebracht. "Ich lebe. Ich bin so glücklich", sagte sie im staatlichen Fernsehen. Rettungskräften zufolge läuft ihnen allmählich aber die Zeit davon, noch Überlebende zu finden.

Die Arbeiten in der Unglücksregion konzentrierten sich inzwischen mehr und mehr auf die Bergung der Leichen. Soldaten hoben Massengräber zur Bestattung der vielen Toten aus. Die Trümmer eingestürzter Häuser wurden nur noch mit Kränen und Baggern weggeräumt. Rettungsmannschaften gelang es, mehrere wichtige Straßen in das Katastrophengebiet zu räumen, so dass nun auch schweres Gerät in die Region gelangen kann. Zuvor mussten die Retter mit bloßen Händen nach Verschütteten graben.

Drei Bergstädte nördlich der Provinzhauptstadt Chengdu in Sichuan waren aber weiter von der Außenwelt abgeschnitten, wie Xinhua berichtete. Rund 20.000 Menschen seien in den Städten Qingping, Jinhua und Tianchi eingeschlossen. Wie viele Opfer es dort gegeben habe, sei unbekannt. Eine Gruppe von 500 Soldaten werde wieder versuchen, zu Fuß mit Lebensmitteln und Medikamenten in die Städte zu gelangen.

Die Regierung in Peking hat nach dem Beben der Stärke 7,8 nach eigenen Angaben weitere 250 Millionen Yuan (23 Millionen Euro) für Hilfsmaßnahmen angewiesen. Damit stieg die Gesamtsumme der staatlichen Katastrophenhilfe auf 1,11 Milliarden Yuan (103 Millionen Euro). Die öffentlichen Spenden - sowohl Geld als auch Sachgüter - belaufen sich laut Xinhua auf 1,3 Milliarden Yuan (120 Millionen Euro). Deutschland bot Hilfe über ein Benefizkonzert an. Die Spenden der Veranstaltung am Samstag in Chongqing sollen den Erdbebenopfern zugute kommen, wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte. Organisiert wird das Konzert von den Veranstaltern der dreijährigen Reihe "Deutschland und China - Gemeinsam in Bewegung" und der Stadtregierung in Chongqing; geplant sind Auftritte von Künstlern aus China und Deutschland.

DPA/AFP/AP AP DPA

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