Florida "Ernesto" vorerst gezähmt


"Ernesto" hat Florida erreicht - und nicht die befürchtete Zerstörung angerichtet. Der Wirbelsturm ist über dem karibischen Meer abgeschwächt. Er könnte allerdings über dem Atlantik noch einmal neue Kraft tanken.

Mit knapp 100 Stundenkilometern schnellen Böen und starken Regenfällen hat der Wirbelsturm "Ernesto" Florida erreicht. Da er sich aber entgegen den Befürchtungen der Meteorologen auf dem Weg von Kuba über das offene Meer nicht zu einem Hurrikan entwickelte, gab es in Florida laut der US-Fernsehsender zunächst nur geringe Sturmschäden. Bei zwei wetterbedingten Unfällen starben in Florida zwei Menschen.

Es wurde erwartet, dass "Ernesto" im Verlauf des Mittwochs als abgeschwächter tropischer Sturm über den US-Staat hinwegzieht, viel Regen bringt und dann wieder in Richtung Atlantik dreht. Dort könnte er neue Kraft tankt und möglicherweise wieder Hurrikan-Status erlangen, bevor er dann Georgia oder North oder South Carolina erreicht.

Start der "Atlantis" nun Anfang September

"Ich bin überrascht, dass er nicht stärker wurde", sagte Max Mayfield, Direktor des Nationalen Hurrikanzentrums der USA. "Als Hauseigentümer bin ich sehr glücklich, als Meteorologe bin ich es nicht." Die meisten Wetterexperten hatten erwartet, dass der Sturm über dem warmen karibischen Meer neue Energie auftankt und wieder stärker würde. Der Gouverneur Floridas, Jeb Bush, hatte bereits am Sonntag vorsorglich den Notstand ausgerufen, um die Nationalgarde mobilisieren zu können.

"Ernesto" brachte allerdings die US-Raumfahrtbehörde Nasa durcheinander. Zunächst begann am Dienstagmittag aus Sicherheitsgründen der Transport der Raumfähre "Atlantis" von der Startrampe in Cape Canaveral (Florida) in die 6,8 Kilometer entfernte Montagehalle. Nach etwa der Hälfte des auf gut zehn Stunden angesetzten Transports beschloss die Nasa nach eigenen Angaben die Umkehr, da sich der Sturm abgeschwächt habe.

Die Nasa will offenbar nichts unversucht lassen, die "Atlantis" bis spätestens 7. September zur Internationalen Raumstation ISS fliegen zu lassen. Nach einem Blitzeinschlag in der Startrampe musste schon der für Sonntag geplante Start verschoben werden. Wegen des heraufziehenden Tropensturms "Ernesto" sagte die Nasa dann auch einen Start am Dienstag ab.

Wirbelsturm "John" nähert sich Mexiko

Nach dem Durchzug von "Ernesto" kehrte am Dienstag Kuba zur Normalität zurück. Wie die Behörden in Havanna mitteilten, habe der Tropensturm keine Todesopfer gefordert. Die ersten der insgesamt mehr als 700.000 Evakuierten kehrten den Angaben zufolge wieder in ihre Wohnhäuser zurück. "Ernesto" war am Montag mit Windgeschwindigkeiten von 65 Stundenkilometern über die Insel hinweggezogen. Tagelang regnete es heftig.

Wegen des Hurrikans "John" gaben die mexikanischen Behörden für einige Gebiete an der Pazifikküste vorsorglich Sturmwarnungen heraus. "John", der sechste Hurrikan dieses Jahres im Pazifik, bewegte sich am Dienstag auf 230 Kilometer entfernt vom Festland nach Nordwesten. Nach Berechnungen des Nationalen Hurrikanzentrums in Miami wird er nicht an Land gehen.

DPA/AP AP DPA

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