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Schießerei an Florida-Highschool: Nikolas Cruz kündigte Tat auf Youtube an - und ging nach dem Massaker zu McDonald's

Schon im Herbst vergangenen Jahres sprach Nikolas Cruz auf Youtube davon, dass er ein Schulschütze werden wolle. Doch das FBI konnte den Jungen nicht identifizieren. Nach der Tat ging der 19-Jährige dann erst einmal in ein Fast-Food-Restaurant.

Nach Schulmassakern fällt in Kreisen der Mitschüler oft der Satz, der Täter sei ruhig und unauffällig gewesen. Von Nikolas Cruz behauptet zumindest letzteres niemand, im Gegenteil. An der Schule galt er als schwieriger Einzelgänger und Waffennarr. Bis vor kurzem, so berichteten Schüler bei US-Sendern, sei noch gewitzelt worden: "Wenn hier einer mal Amok läuft, dann ist es wahrscheinlich Nikolas Cruz." Und so kam es auch: 17 Menschen hat Cruz an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, Florida erschossen. Mit einem AR-15-Schnellfeuergewehr, das er vor einem Jahr legal gekauft hatte.

Hätte der Amoklauf verhindert werden können?

Möglicherweise hätte der Amoklauf sogar verhindert werden können, denn der 19-Jährige hatte seine Tat angekündigt. Die US-Bundespolizei FBI bestätigt, im September auf einen auf der Internetplattform Youtube veröffentlichten Beitrag hingewiesen worden zu sein, in dem ein Nutzer namens Nikolas Cruz ankündigte: "Ich werde ein professioneller Schulschütze." Das FBI erklärte, es habe daraufhin Datenbanken gesichtet und andere Überprüfungen vorgenommen, die fragliche Person aber nicht identifizieren können.

Cruz selbst hat die Tat nach Angaben der Ermittler gestanden. Über seine Motive ist bislang noch nichts bekannt, die Anwältin des 19-Jährigen sagte, Cruz sei "traurig und reumütig. Er ist ein gebrochener Mensch." Die Polizei hat bereits mit rund 2000 Menschen aus dem direkten und indirekten Umfeld des Täters gesprochen und die sozialen Netzwerke ausgewertet. Dort habe er gerne Bilder von Messern oder Pistolen gepostet. Alles in allem sprechen die Ermittler von einem "sehr, sehr verstörenden Online-Profil."

Erst zu Subway, dann zu McDonald's

Mittlerweile kann die Polizei auch den Tathergang ziemlich genau nachvollziehen:

  • Danach ist Cruz, der kurz zuvor der Highschool verwiesen worden war, um 14.19 mit einem Uber-Wagen an der Schule angekommen.
  • Dann ist er ins Gebäude gegangen und hat begonnen, in den Klassenräumen um sich zu schießen. Offenbar hat er bestimmte Räume mehrfach aufgesucht. Zwischen 100 und 150 Schüssen hat er dabei abgefeuert.
  • Laut der Polizei hat Cruz nach knapp einer Viertelstunde seine Waffe und seinen Rucksack fallen lassen und sich in die Menge der fliehenden Schüler eingereiht.
  • Nach dem Verlassen des Schulgeländes hat Cruz einen Walmart in der Nähe betreten und in der dortigen Subway-Filiale ein Getränk bestellt. Anschließend ging er zu McDonald's, wo er ein paar Minuten herumgesessen hat. 40 Minuten nachdem die ersten Schüsse gefallen sind, ließ er sich widerstandslos festnehmen.

Nikolas Cruz hat psychische Probleme

Nach Angaben von Cruz Verteidigerteam habe der Schütze psychische Problem. So weise er unter anderem Anzeichen von Autismus auf. "Wir sind davon überzeugt, dass sein geistiger Zustand ein zentraler Punkt in diesem Fall sein wird", sagte der Jurist Gordon Weekes. So habe der Tod seine Pflegemutter im November Cruz' Zustand weiter verschlechtert. US-Präsident Donald Trump hob vor rund einem Jahr eine Regulierung auf, die es Menschen mit psychischen Problemen erschwerte, Waffen zu kaufen. Ob Cruz seine Waffe danach kaufte oder diese Regelung ihn überhaupt am Kauf gehindert hätte, ist unklar.

nik mit DPA