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Flüchtlingsboot gekentert: Dutzende Tote vor Lampedusa

Erneut ist ein Flüchtlingsboot auf dem Weg nach Europa gekentert. Vor Lampedusa konnte die Marine zwar etwa 200 Menschen retten, bis zu 50 Flüchtlinge sollen jedoch ertrunken sein.

Vor der italienischen Insel Lampedusa ist erneut ein Flüchtlingsboot gekentert. Laut der italienischen Marine teilte ist das mit 200 Menschen besetzte Schiff zwischen Sizilien und Tunesien in Seenot geraten. Nach bislang noch unbestätigten Medienberichten sollen etwa 50 Menschen ums Leben gekommen sein. Darunter befänden sich auch etwa zehn Kinder, berichteten die Nachrichtenagentur Ansa und italienische Zeitungen.

Die maltesischen Behörden hätten am Nachmittag erste Berichte über ein Flüchtlingsschiff in Seenot bekommen, sagte ein Regierungssprecher. Ein maltesisches Schiff sei als erstes am Unglücksort gewesen. Das Schiff sei gekentert, als sich die Flüchtlinge auf einer Seite des Bootes versammelten, um ein Militärflugzeug auf sich aufmerksam zu machen.

Mehr als 500 Flüchtlinge gerettet

In den vergangenen beiden Tagen mussten Handelsschiffe im Mittelmeer fünf Flüchtlingsbooten mit zusammen mehr als 500 Migranten an Bord zu Hilfe kommen. Die italienische Küstenwache koordinierte am Donnerstag und Freitag die Rettungsaktionen für die Migranten auf den fünf Booten. Die Flüchtlinge wurden in sizilianische Hafenstädte gebracht, so nach Trapani und Porto Empedocle, berichetet die Nachrichtenagentur Ansa.

Die Zahl der geborgenen Opfer der #link;http://www.stern.de/politik/ausland/lampedusa-nur-ein-toter-fluechtling-wird-europaeer-2063507.html;Schiffstragödie vor Lampedusa in der vergangenen Woche stieg am Freitag auf 328, nachdem Taucher weitere Opfer in der Nähe des Wracks entdeckten. Im Schiff sind keine Leichen mehr. Die Suche gehe jedoch außerhalb weiter, hatte die Küstenwache mitgeteilt. Die Bilanz ist damit noch immer nicht endgültig. 155 Flüchtlinge waren nach dem Schiffbruch gerettet worden, insgesamt 545 waren nach den Angaben von Überlebenden an Bord des Bootes gewesen.

swd/DPA/Reuters / DPA / Reuters