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Nach fünf Jahren Körper von Charla Nash stößt transplantiertes Gesicht ab

Charla Nash - vor dem Angriff und nach der Gesichtstransplantation
Charla Nash - vor dem Angriff durch einen Schimpansen, bei dem sie ihr Gesicht und ihre Hände verlor, und nach der Gesichtstransplantation
© Brigham and Women's Hospital/Reuters
Die Amerikanerin Charla Nash hat 2011 ein neues Gesicht erhalten. Die Behandlung war mit großen Hoffnungen für die Transplantationsmedizin verbunden. Fünf Jahre später scheint das Experiment gescheitert.

Eine Amerikanerin aus Connecticut, bei der vor fünf Jahren erfolgreich eine Gesichtstransplantation durchgeführt wurde, musste in die Klinik zurückkehren, weil ihr Körper das Transplantat offensichtlich abzustoßen beginnt. Das berichten der "Guardian" und die "Daily Mail". Die Nachricht ist ein Rückschlag für die Transplantationsmedizin, denn Charla Nash war Teil eines Experiments.

Die heute 62-Jährige war 2009 von einem Schimpansen zerfleischt worden, verlor dabei Augen, Nase und Mund sowie beide Hände. Das Tier gehörte ihren Arbeitgebern und trat in Werbespots und Filmen auf. Es wurde damals von der Polizei erschossen.

Experiment vom Militär gefördert 

Nash nahm daraufhin an einem Experiment teil, bei dem die Ärzte der behandelnden Klinik, das Brigham and Women’s Hospital in Boston, versuchten, die Anti-Abstoßungs-Medikamente abzusetzen, die Menschen mit Transplantaten einnehmen müssen. Deren Nebenwirkungen sind schwerwiegend, es kann zu Krebserkrankungen, Infektionen und Nierenschäden kommen. Nun werde sie die Medikamente wieder nehmen, wird Nashs Sprecherin Shelly Sindland zitiert. Das Experiment sei damit beendet.

Nashs Behandlung wird unter anderem vom US-Militär unterstützt. Die Hoffnung war, eine alternative Therapie für Kriegsversehrte zu finden, die ebenfalls mit Transplantationen leben müssen.

“Ich würde es wieder tun", sagte Nash der Nachrichtenagentur AP. Denn sie wisse, dass das Experiment vielen Menschen helfen könne. "Die Männer und Frauen, die unserem Land dienen, sind die wahren Helden."

Nashs Sprecherin ließ wissen, dass die Ärzte hoffen, den Abstoßungsprozess umkehren zu können. Nash müsse vorerst im Krankenhaus bleiben.

Wegen Komplikationen wie diesen würden viele Transplantationen, wie zum Beispiel die eines Daumens, gar nicht erst durchgeführt, heißt es weiter im "Guardian". Aber das könne sich ändern, sobald Ärzte eine Alternative zu den heftigen Medikamenten fänden, die bisher notwendig sind.

Handtransplantation gescheitert 

Das Pentagon unterstütze derzeit 14 medizinische Einrichtungen in den USA, die im Bereich der Gesichts- und Handtransplantationen arbeiten. Denn im Krieg sind das Gesicht und die Gliedmaßen die am häufigsten verletzten Körperteile.

Nash hatte 2011 das Gesicht einer verstorbenen Frau erhalten. Die Transplantation von Händen war an Abstoßungsreaktionen gescheitert. "Ich bin glücklich, helfen zu können", sagt Nash. "Ich wünschte ich hätte mehr tun können. Ich glaube an die Kraft des Gebets und danke allen, die für mich beten."


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