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Rund 100 Fahrer in den USA Sie wollten zum Flughafen, verließen sich auf Google Maps und landeten im Nirgendwo

Dorthin hat Google Maps US-Autofahrer gelotst
Wer ganz und gar auf Google Maps verlässt, kommt irgendwann vielleicht nicht mehr weiter: US-Autofahrer auf freiem Feld, die eigentlich zum Flughafen von Denver wollten.
© Twitter/ABC/Connie Monsees
Eine längere Autofahrt, ohne dass man in einen Stau gerät, gibt es kaum noch. Zum Glück hilft Google Maps, so manche Blechlawine zu umfahren. Auch Autofahrer in Denver verließen sich auf die App - und waren verlassen.

Will man pünktlich am Flughafen sein, kann man eins nun wirklich nicht gebrauchen: einen Stau, Stillstand! So erging es vor einigen Tagen auch der US-Amerikanerin Connie Monsees. Sie war auf dem Weg zum Airport in Denver, Colorado, als es nicht mehr weiterging. Wegen eines Unfalls auf dem Highway staute sich der Verkehr. Eine Dreiviertelstunde Zeit würde sie verlieren - mindestens, verriet ihr Google Maps. Zuviel, um ihren Mann rechtzeitig vom Flieger abholen zu können.

Glücklicherweise schlug ihr die Navigationshilfe aber eine Ausweichroute vor. Die sollte satte 20 Minuten sparen - viel zu verlockend, um dem Hinweis nicht zu folgen. Also nichts wie runter vom Highway, weg vom Stau und schnellstens Richtung Flughafen. Da es etliche Leidensgenossen ihr gleich taten, war sich Connie Monsees sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. "Ich dachte, das wird schon passen", erzählte sie dem TV-Sender CNN.

Google Maps lenkt Fahrer geradewegs ins Chaos

Von wegen! Es dauerte nicht lange, da wurde ihr klar: Dieser Weg führt ins Nirgendwo! Und ins Chaos noch dazu. Rund 100 Autofahrer hatten Google Maps geglaubt und waren blindlings auf eine Schotterstraße gefahren. Zu allem Überfluss hatte Regen den Feldweg in eine wahre Matschpiste verwandelt. Etliche Autos steckten fest. Ein wahres Chaos, über das etliche US-Medien ausführlich berichten.

Da Connie Monsees Wagen einen Allrad-Antrieb hat, war sie eine der wenigen, die dem Matsch aus eigener Kraft entkommen konnten. Sie nahm sogar einige Leute mit, deren Autos feststeckten und die dennoch ihren Flug erreichen wollten. Wie sie erzählt, hat das auch geklappt. Allerdings, so berichtet sie ABC News, war sie insgesamt dreieinhalb Stunden unterwegs - mehr als doppelt so lange wie geplant.

Google appelliert an das eigene Urteilsvermögen

Böse auf Google ist sie trotz allem nicht. Der Dienst habe versucht, einen Ausweg zu weisen - jedenfalls den Informationen entsprechend, die sie gehabt hätten. Aber letztlich sei es doch so, dass "wir als Gesellschaft" viel zu sehr damit beschäftigt seien, "Dinge einfach nur schnell zu erledigen", wird Connie Monsees zitiert. Dann passiere es halt, dass man sich fast blind auf einen Dienst wie Google Maps verlasse.

Google appellierte in einer Mitteilung zu dem Vorfall an die Autofahrer unter anderem, "auf das eigene Urteilsvermögen zu vertrauen." Gleichwohl bemühe man sich stets, die besten Ausweichrouten zu berechnen. Doch "unvorhersehbare Umstände" wie zum Beispiel heftige Regenfälle könnten trotzdem zu Problemen führen. Die rund 100 Autofahrer auf dem Weg zum Flughafen von Detroit haben genau das am eigenen Leib erfahren.

Aussichtsplattform

Quellen: "CNN", "ABC News", "9NEWS"

dho

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