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Grubenunglück in Sibirien: Schicksal von 60 Bergleuten noch ungewiss

Nach einem Grubenunglück in Sibirien haben sich Rettungskräfte am Montag in einem Wettlauf mit der Zeit um die Rettung von etwa 60 Verschütteten bemüht. Die Zahl der Toten stieg unterdessen auf mindestens 30, wie der Minister für Notfälle, Sergej Schoigu, sagte. Hohe Methangaswerte in der Mine sowie die Gefahr weiterer Explosionen behinderten die Rettungsarbeiten.

Nach den schweren Methangas-Explosionen in einem Kohlebergwerk im Gebiet Kemerowo in Russland ist die Zahl der Toten auf mindestens 30 gestiegen. Das teilte Zivilschutzminister Sergej Schoigu nach Angaben der russischen Staatsagentur Ria Nowosti am Montag am Ort des Unglücks in Sibirien mit. Für die Rettung der in der Grube "Raspadskaja" verschütteten etwa 60 Bergleute blieben nur höchstens 48 Stunden, sagte Schoigu.

Es war unklar, ob die Männer noch am Leben sind, weil der Funkkontakt fehlte. Nach Darstellung Schoigus stellten Helfer die Belüftung sowie die Stromversorgung in dem 37 Jahre alten Kohlebergwerk wieder her. Es bestand aber weiter die Gefahr von Explosionen. Weitere Gebäude über Tage waren einsturzgefährdet.

Bei den am Montag geborgenen 17 Toten handele es sich um Rettungskräfte. Sie hatten die etwa 60 Bergleute am Wochenende retten wollen. Die Helfer waren aber bei einer zweiten Explosion selbst verschüttet worden. Am Wochenende war zunächst die Rede von zwölf Toten gewesen. Schoigu sprach auch von der Gefahr eines Wassereinbruchs in das 370 Kilometer lange unterirdische Tunnelsystem.

Das betroffene "Raspadskaja"-Kohlebergwerk ist das größte seiner Art in Russland. Auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion kommt es wegen unzureichender Sicherheitsvorkehrungen immer wieder zu schweren Grubenunglücken mit hohen Opferzahlen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verstoßes gegen den Arbeitsschutz.

APN/DPA / DPA