Guatemala Begraben im Schlamm


In Panabaj haben die Bergungsmannschaften ihre Arbeit eingestellt. Nach der durch Hurrikan "Stan" ausgelösten Schlammlawine bleiben über 200 Menschen vermisst - und wieder tötete eine Schlammlawine.

Erneut sind in Guatemala Menschen von einer Schlammlawine verschüttet worden. Das Unglück ereignete sich im Grenzgebiet zu Mexiko. Drei Menschen kamen ums Leben. 300 Einwohner des Indio-Dorfes San Andres Chapil mussten in Notunterkünften untergebracht werden, berichteten Rettungskräfte am Dienstagabend (Ortszeit) in Guatemala-Stadt. Damit erhöhte sich die offizielle Zahl der durch die sintflutartigen Regenfälle getöteten Menschen auf 655.

Eine Woche nach dem Wirbelsturm "Stan" haben die Behörden in Guatemala die Bemühungen um eine Bergung der Leichen aus dem verschütteten Indio-Dorf Panabaj aufgegeben. Das Gebiet sei nach wie vor kaum zugänglich, und die Toten seien schon zu verwest, um sie noch zu identifizieren, sagte der Bürgermeister der Stadt Santiago Atitlan, Diego Esquina, am Dienstag. Die Zahl der Toten und Vermissten im gesamten mittelamerikanischen Raum stieg unterdessen auf mehr als 1.130. Panabaj wurde am Dienstag abgeriegelt, um eine Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Zuvor hatten Bewohner dort noch mit bloßen Händen nach Überlebenden gesucht. In der von Erdrutschen verschütteten Ortschaft werden noch mehr als 200 Tote vermutet. Die Regierung in Guatemala-Stadt bat am Montagabend die Vereinten Nationen um Hilfen in Höhe von 21,5 Millionen Dollar (17.8 Millionen Euro).

Indessen kündigte der mexikanische Präsident Vicente Fox am Dienstag an, die in den südmexikanischen Staaten durch den Dauerregen zerstörte Verkehrsinfrastruktur rasch wiederherstellen zu lassen. Bereits in dieser Woche sollen 95 Prozent der Straßen wieder befahrbar sein, sagte Fox vor Vertretern der Tourismusindustrie. Allein in Chiapas, dem in Mexiko am schwersten betroffenen Bundesstaat, wurden 90 Brücken und mehrere Tausend Kilometer Straße zerstört oder schwer beschädigt.

DPA/AP AP DPA

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