HOME

H1N1-Epidemie: Forscher entschlüsseln Schweinegrippe-Erreger

Wichtiger Fortschritt im Kampf gegen die Schweinegrippe: Biologen in Kanada ist es nach eigenen Angaben gelungen, das neue H1N1-Virus genetisch zu entschlüsseln. In den USA ist die Zahl der Schweinegrippe-Erkrankungen unterdessen sprunghaft gestiegen.

Kanadischen Wissenschaftlern ist es eigenen Angaben zufolge erstmals gelungen, den Erreger der Schweinegrippe genetisch zu entschlüsseln. Die Forscher erhoffen sich von diesem Durchbruch Erkenntnisse darüber, woher das Virus stammt, wie es sich ausbreitet und wie es sich verändert. "Dies ist eine Weltpremiere", erklärte Gesundheitsministerin Leona Aglukkaq am Mittwoch (Ortszeit). Gelungen ist die Entschlüsselung Mikrobiologen in Winnipeg.

Die Epidemie hat inzwischen 42 Todesopfer in Mexiko gefordert, zwei Menschen starben in den USA. In Deutschland wurden am Mittwoch keine neuen Erkrankungen bekannt. Damit bleibt es bei den bisher neun gemeldeten Patienten, von denen einige inzwischen wieder gesund sind.

In den USA ist die Zahl erfasster Schweinegrippe-Fälle unterdessen sprunghaft gestiegen. Die Gesundheitsbehörde CDC sprach am Mittwoch von 642 Erkrankten in 41 der 50 Bundesstaaten. Noch am Montag hatte die Behörde lediglich 286 Fälle gemeldet.

In Mexiko-Stadt normalisiert sich das öffentliche Leben langsam wieder: Die wegen der Schweinegrippe tagelang geschlossenen Geschäfte dürfen wieder öffnen. Sportstadien, Tanzclubs, Kinos und Restaurants dürfen ebenfalls wieder aufmachen, wenn sie die von der Regierung angeordneten Hygienemaßnahmen einhalten, wie die städtische Gesundheitsbehörde mitteilte. Die Geschäfte sollen nach kranken Menschen Ausschau halten, Atemmasken sind für Angestellte und Kunden Pflicht.

Der Startschuss für die internationale Herstellung eines Impfstoffs gegen das neue H1N1-Virus wird frühstens in der kommenden Woche fallen. Darauf hat die Impfexpertin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Marie-Paule Kieny, verwiesen. Eine Expertengruppe bei der WHO müsse die Entscheidung anhand der bis dahin gesammelten Daten über die Entwicklung des Virus treffen, sagte Kieny in Genf. Zu berücksichtigen sei dabei stets auch die Herstellung des normalen Impfstoffes für die üblichen Grippewellen.

DPA/AP / AP / DPA