HOME

Hochwasser in Brandenburg: Merkel lobt die Einsatzkräfte

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in Frankfurt/Oder ein Bild von der Lage im Hochwassergebiet gemacht und den Helfern im Kampf gegen die Flut ihren Dank ausgesprochen. Derweil sinken die Pegelstände im Süden weiter, die Situation ist unter Kontrolle.

Sie trug blaue Jeans und grobsohlige schwarze Schuhe - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich für ihren Besuch im Hochwassergebiet gut gewappnet. Am Ufer des ehemaligen Holzmarkts der Grenzstadt Frankfurt kletterte sie am Samstag auf eine Aluminiumleiter der Feuerwehr, um über die silbrig glänzende Hochwasserwand einen Blick auf die Oder zu werfen. "Die Gefahr ist noch nicht vorbei", sagte die Kanzlerin mit Blick auf das braune Wasser, das kurz unter dem Scheitelpunkt bei sechs Metern an ihr vorbeiströmte.

Der Wirt des historischen Restaurants "Oderspeicher" am deutschen Ufer hatte die Türen mit meterhoch gestapelten braunen Sandsäcken verrammelt. Das backsteinrote Gebäude steht nur gut einen Meter vom Ufer entfernt. Das Hochwasser des Grenzflusses Oder war am Samstag nur noch 30 Pegelzentimeter entfernt. Auch am gegenüberliegenden Ufer der Oder, im polnischen Slubice, war das Wasser bis nahe an die Deichkronen gestiegen.

Ganz ohne nasse Füße ging die Stippvisite auch für Merkel nicht ab. Selbst hohe Sandsackberge konnten das Wasser nicht vollständig aufhalten. In geringen Mengen sickerte es in die tiefer gelegene Altstadt und sammelte sich dort in Pfützen - von denen es gleich wieder in den Fluss zurückgepumpt wurde.

Wasserstände steigen nördlich von Frankfurt

Ein Sprecher der Hochwasser-Meldezentrale sagte, im südlichen Brandenburg sänken die Pegelstände schon ganz leicht. Nördlich von Frankfurt nähmen sie dagegen noch leicht zu. Die Dämme seien weiterhin einem enormen Druck ausgesetzt.

Ein Stromausfall in Frankfurt am frühen Morgen habe Teile der Stadt lahmgelegt, sagte Wilke. Dies sei aber nicht auf das Hochwasser, sondern einen Trafofehler zurückzuführen. Nach anderthalb Stunden gegen 6.30 Uhr sei alles wieder in Ordnung gewesen.

Eine Schrecksekunde gab es für die Einsatzkräfte am frühen Morgen, als eine Alarmmeldung über einen Deichrutsch in der Innenstadt von Frankfurt einging. Doch dies habe sich als harmlos entpuppt, sagte Stadtsprecher Sven Henrik Häseker. Es seien lediglich Maulwurfsgänge eingefallen, die Stellen seien rasch mit Sandsäcken abgedichtet worden.

In der Nacht zum Freitag hatte das Hochwasser im südlichen Ratzdorf seinen Höchststand mit 6,29 Meter erreicht. Bis Samstagnachmittag fiel der Pegel dort auf 6,18 Meter. In Eisenhüttenstadt war am Freitagmorgen mit 6,52 Meter ebenfalls der Höchststand erreicht worden. Bis Samstagnachmittag fiel er um zehn Zentimeter auf 6,42. In den Gebieten nördlich von Frankfurt stieg das Wasser zunächst nicht an, weil ein Polder bei Schwedt geflutet wurde. Die Pegel gingen erst einmal zurück.

AFP/APN/DPA / DPA