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Höchste Alarmstufe: Überflutete Straßen und Keller im Kreis Görlitz

In den sächsischen Landkreisen Görlitz und Meißen herrscht seit der Nacht wegen Hochwassers Katastrophenalarm. Entlang der Flüsse Neiße, Schwarzer Schöps und Großer Röder wurde die höchste Alarmstufe vier ausgelöst.

In den sächsischen Landkreisen Görlitz und Meißen herrscht seit der Nacht wegen Hochwassers Katastrophenalarm. Entlang der Flüsse Neiße, Schwarzer Schöps und Großer Röder wurde die höchste Alarmstufe vier ausgelöst. Im Kreis Görlitz sei die Lage angespannt, teilte der dortige Katastrophenschutzstab am Morgen mit. Der öffentliche Personennahverkehr war wegen überfluteter Straßen eingeschränkt. Zwischen den besonders betroffenen Städten Zittau und Görlitz musste der Schienenersatzverkehr bis auf weiteres eingestellt werden. Die Schulen sollten aber geöffnet bleiben, sagte eine Sprecherin in Görlitz, wo es am Morgen noch weiter regnete. In Teilen des Landkreises habe sich die Lage beruhigt, in anderen Gebieten seien die Wasserpegel hingegen gestiegen.

Wie schon vor sieben Wochen bereitete die Neiße besondere Sorgen. In Zittau stand der Pegel um 7.15 Uhr unverändert bei 3,57 Metern. In Görlitz stieg der Pegelstand auf 5,94 Meter. Bei der heftigen Flut im August waren es hier mehr als sieben Meter gewesen.

Durch das Hochwasser wurden Straßen überflutet und Keller liefen voll Wasser. Verletzte habe es bislang nicht gegeben, hieß es beim Katastrophenschutzstab in Görlitz. Alle Ortsfeuerwehren des Landkreises seien im Einsatz. Görlitz hatte um Mitternacht Katastrophenalarm ausgelöst, Meißen folgte um 1.30 Uhr.

In Meißen war die Lage noch relativ entspannt, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Oberes Elbtal-Osterzgebirge in Dresden sagte. Einzelne Straßen seien überflutet worden. Betroffen waren vor allem die Gemeinden entlang der Großen Röder. Dort stiegen die Pegel am Morgen noch an. In Großdittmannsdorf wurden um 7.15 Uhr 2,88 Meter erreicht, in Kleinraschütz waren es 2,95 Meter.

In Alarmbereitschaft befanden sich auch die Rettungskräfte im Landkreis Bautzen. Dort wurde kurz nach Mitternacht in den Gemeinden Panschwitz-Kuckau, Räckelwitz, Rosenthal, Wittichenau Katastrophen-Voralarm ausgerufen. Nach Rücksprache mit den anliegenden Gemeinden konnten die Ortsfeuerwehren die Lage derzeit allein bewältigen, wie das Landratsamt Bautzen mitteilte.

Der Deutsche Wetterdienst hob die Unwetterwarnung für Teile Sachsens am Dienstagmorgen auf. In den Landkreisen Görlitz und Meißen gab es an den Deichen nach Angaben der Behörden zunächst keine Probleme. Erst Anfang August hatte ein Hochwasser Ostsachsen heimgesucht und mehrere Hundert Millionen Euro Schaden angerichtet. Die damals gebrochenen Deiche standen jetzt unter verstärkter Beobachtung.

Auch in der Gemeinde Kabelsketal in Sachsen-Anhalt hatten die Bewohner weiter mit Hochwasser zu kämpfen. Dort war der sonst maximal einen Meter breite Bach Kabelske am Montag auf bis zu 15 Meter angeschwollen. Viele Felder seien über mehrere Hundert Quadratmeter überschwemmt worden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Einige Menschen seien in ihren Häusern vom Wasser eingeschlossen. Rettungskräfte wollten versuchen, sie mit Booten zu erreichen. Insgesamt seien mindestens 100 Grundstücke von dem Hochwasser betroffen, sagte der Feuerwehrsprecher. Er dankte den freiwilligen Helfern. Einige seien noch aus dem über 30 Kilometer entfernten Bitterfeld gekommen, um Sandsäcke zu füllen.

APN / APN