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Hurrikan: "Katrina" sucht Florida heim

Wirbelsturm "Dennis" richtete in Florida schwere Schäden an. Nun ist der Hurrikan "Katrina" auf die amerikanische Küste getroffen. Zwei Menschen kamen bisher ums Leben.

Hurrikan "Katrina" ist am Donnerstag südlich von Fort Lauderdale in Florida auf die Küste getroffen. Der Wirbelsturm brachte Böen mit 130 Stundenkilometern Spitzengeschwindigkeit und heftige Niederschläge mit sich. Die Behörden befürchteten Überflutungen. Der Touristenort Miami Beach wirkte verlassen wie eine Geisterstadt.

Ein 25-jähriger Mann in Fort Lauderdale starb Fernsehberichten zufolge in seinem Auto, als ein umstürzender Baum Stromleitungen mitriss, die auf den Wagen fielen. Ein zweites Todesopfer sei von einem entwurzelten Baum erschlagen worden. Eine in Bau befindliche Straßenbrücke im Bezirk Miami-Dade stürzte auf eine Autobahn. Verletzt wurde niemand. Über 400.000 Menschen waren ohne Strom. Auf den Flughäfen von Miami und Fort Lauderdale wurden die Flüge gestrichen. Drei Wohnwagenparks in Davie wurden schwer verwüstet. Zahlreiche Straßen standen unter Wasser. "Der gesamte Süden der Halbinsel muss mit Überschwemmungen rechnen", sagte Ed Rappaport vom Nationalen Hurrikan-Zentrum. Der Wirbelsturm wird derzeit von den Wetter-Experten auf einer Stärke-Skala von eins bis fünf nur auf der niedrigsten Stufe geführt. Damit sind größere Schäden an Gebäuden weitgehend ausgeschlossen. Die Behörden warnten die Bevölkerung jedoch davor, nach draußen zu gehen. Zwangsevakuierungen wurden nicht angeordnet. Die Menschen wurden aufgefordert, gefährdete Inseln und Wohnwagensiedlungen zu verlassen.

In dem Korridor, durch den der Hurrikan nach Prognose des Nationalen Hurrikanzentrums in Miami ziehen wird, leben knapp sechs Millionen Menschen. Das Zentrum bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von knapp zehn Stundenkilometern vorwärts Richtung Westen. Die Einwohner des Küstenstaates hatten sich vor Eintreffen des Sturms mit Benzin und Lebensmitteln eingedeckt. Strandnahe Geschäfte hatten ihre Fenster und Türen mit Holzplatten verbarrikadiert, manche Gemeinden gaben Sandsäcke aus, um Keller vor Überflutungen zu schützen. In einigen Schulgebäuden wurden vorsorglich Notunterkünfte eingerichtet.

"Katrina" kommt wieder

Die Hurrikan-Saison ist in Florida in diesem Jahr bislang glimpflich verlaufen. "Katrina" ist ein relativ schwacher Hurrikan der Kategorie eins. Es wird jedoch erwartet, dass "Katrina" nach seinem Zug über Florida Kurs auf den Golf von Mexiko nimmt. Anfang nächster Woche könnte der Wirbelsturm laut Vorhersage des Hurrikanzentrums dann mit noch stärkerer Gewalt den Nordwesten Floridas heimsuchen. "Dennis", der im Juli durch die Karibik tobte, erreichte zeitweise die Kategorie vier mit mehr als 185 Kilometern in der Stunde. Er riss mehr als zwei Dutzend Menschen in den Tod und richtete Schäden von bis zu 900 Millionen Dollar an. Die Schäden durch den tropischen Sturm "Cindy" hielten sich in Grenzen. Im vergangenen Jahr wurde Florida innerhalb von sechs Wochen von vier Hurrikans heimgesucht.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters