Hurrikan "Rita" rast auf Texas zu


Florida ist mit einem blauen Auge davongekommen, aber andere US-Staaten fürchten die zunehmende Stärke des "Katrina"-Nachfolgers.

Der Hurrikan "Rita" ist am Dienstagabend über die Inselkette Florida Keys gefegt. Entgegen erster Befürchtungen verursachte "Rita" dort nur geringe Schäden. Danach nahm der Hurrikan Kurs auf die US-Golfküste, wo er in den kommenden Tagen das Festland erreichen sollte. An Teilen der Küste von Texas und Louisiana wurde der Notstand ausgerufen.

Meteorologen rechneten damit, dass "Rita" über dem warmen Wasser des Golfs von Mexiko an Stärke gewinnen und sich zu einem Hurrikan der zweithöchsten Stufe entwickeln würde. "Die Bedingungen über dem Golf sind genauso wie sie für 'Katrina' waren", sagte der Chef der US-Hurrikan-Warte, Ed Rappaport. "Katrina" hatte ebenfalls als Hurrikan der Stufe Vier vor drei Wochen mehrere US-Südstaaten heimgesucht und fast 1000 Menschen das Leben gekostet.

Der Sturm habe seine maximale Kraft bislang nicht ausgeschöpft, sagte ein Polizeisprecher auf Key-West. "Wir haben keine großen Überschwemmungen und keine großen Schäden." "Rita" sorgte für riesige Wellen, die den einzigen Damm überfluteten, der die 180 Kilometer lange Inselkette mit dem Festland verbindet. Auch niedrig gelegene Gebäude standen unter Wasser. Nach Angaben der Hurrikan-Warte von Florida zog der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Kilometern pro Stunde an der Küste der Keys vorbei.

New Orleans vor Evakuierung

Die Behörden hatten alle 80.000 Bewohner aufgefordert, die Inseln zu verlassen. Frachtflugzeuge der Armee evakuierten drei Kliniken. Schulen, viele Verwaltungen und Geschäfte der Region blieben geschlossen.

Das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA prognostizierte, "Rita" werde im Laufe der Woche rund 160 Kilometer südwestlich von Houston auf das Festland treffen, wo ein großer Teil der texanischen Öl- und Gasindustrie ansässig ist. Zehntausende Menschen ergriffen in der Region die Flucht. In der Stadt Galveston, wo im September 1900 zwischen 8000 und 12.000 Menschen bei einem Hurrikan ums Leben gekommen waren, wurden Evakuierungen angeordnet.

Auch New Orleans, das vor drei Wochen durch "Katrina" zu weiten Teilen überflutet worden war, rüstete sich für "Rita". Die für die Metropole zuständigen Behörden des Bundesstaates Louisiana warnten davor, dass die Dämme zum Schutz der Stadt wieder brechen könnten, sollte der Hurrikan auch dieses Gebiet erfassen. Die nach "Katrina" zurückgekehrten Bewohner der Stadt wurden aufgefordert, sich erneut in Sicherheit zu bringen.

Es wurde auch damit gerechnet, dass "Rita" die Öl- und Gasförderung im Golf von Mexiko beeinträchtigen wird, die gerade erst nach "Katrina" wieder angelaufen ist. Ölkonzerne begannen mit der Evakuierung ihrer Förderplattformen.

REUTERS


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