Hurrikan hochgestuft USA wappnen sich für "Gustav"


Nach dem tödlichen Zug von "Gustav" durch die Karibik wächst in den USA die Angst, er könne so verheerend werden, wie Hurrikan "Katrina" drei Jahre zuvor. Deshalb wollen vier US-Bundesstaaten mit groß angelegten Evakuierungen beginnen - und auch der pünktliche Start des Parteitags der Republikaner wackelt.

Wirbelsturm "Gustav" hat in der Karibik weitere Menschenleben gefordert. Nach Rundfunkberichten werden auf Jamaika mindestens elf Tote befürchtet. Die Behörden sprachen bislang von vier Menschen, die durch umstürzende Bäume und in zerstörten Häusern ums Leben gekommen sind. In den vergangenen Tagen waren durch den Sturm bereits auf Haiti und in der Dominikanischen Republik fast 70 Menschen getötet worden.

Kurs auf Kuba

In der Nacht zum Samstag hatte sich der Sturm verstärkt und erneut Hurrikanstärke erreicht. Im Laufe des Samstags wird er nach Berechnungen der Meteorologen den Westen Kubas erreichen. Dort hat die Regierung in mehreren Provinzen höchste Alarmstufe ausgerufen.

Wie das kubanische Staatsfernsehen am Freitagabend (Ortszeit) berichtete, wurden in den Städten und Gemeinden von Pinar del Rio im äußersten Westen bis Havanna alle Vorbereitungen getroffen, um die Bevölkerung vor dem erstarkten Wirbelsturm zu schützen. Am frühen Samstagmorgen hatte "Gustav", der die Kaimaninseln überquert hatte, Windgeschwindigkeiten von rund 155 Kilometern pro Stunde.

Alarmstimmung an der US-Golfküste

Unterdessen bereiten sich auch die Menschen an der US-Küste weiter auf den drohenden Hurrikan vor. Nach Berechnungen der Meteorologen könnte "Gustav" Anfang der Woche auch Louisiana mit seiner Hauptstadt New Orleans treffen. Dort und im benachbarten Bundesstaat Mississippi waren vor drei Jahren durch den Hurrikan "Katrina" rund 1800 Menschen ums Leben gekommen.

Mittlerweile stufte das Nationale Hurrikan-Beobachtungszentrum der USA den Wirbelsturm am Samstag in die zweite von fünf Kategorien hoch.Von Kuba aus wird der Sturm voraussichtlich durch ein Gebiet mit zahlreichen Ölanlagen im Golf von Mexiko Kurs auf die US-Küste nehmen. Dort dürfte er Prognosen zufolge am Dienstagmorgen westlich von New Orleans auf das Festland treffen. Vier US-Bundesstaaten bereiteten sich darauf vor, am Samstag mit großangelegten Evakuierungen zu beginnen. Das US-Hurrikanzentrum rechnet damit, dass "Gustav" bis zur Kategorie vier anschwellen könnte.

Erinerung an Hurrikan "Katrina"

Von Texas bis Florida liefen am Freitag die Notfall-Vorbereitungen, wurden bereits tausende Nationalgardisten aktiviert. In der damals von "Katrina" überfluteten Stadt New Orleans standen die ersten Busse für Evakuierungen bereit. Zunächst sollten Alte und Kranke in Sicherheit gebracht werden. Präsident George W. Bush schickte bereits seinen Heimatschutzminister in die Region, die nach Berechnungen von Meteorologen am Dienstag von "Gustav" heimgesucht werden könnte - dann möglicherweise ein Hurrikan der Stärke drei.

Der Sturm könnte auch den Wahlparteitag der Republikaner in der kommenden Woche in Minneapolis-St. Paul (Minnesota) durcheinander bringen, der nach bisherigen Plänen am Montag beginnen soll. Nach Medienberichten erwägen die Organisationen eine Verschiebung für den Fall, dass der Sturm tatsächlich die US-Küste bedroht. US-Präsident Bush, der bereits am ersten Tag zu den Delegierten sprechen soll, beobachtet nach Angaben des Weißen Hauses die Lage und ist darauf vorbereitet, seinen Auftritt abzusagen oder zu verschieben. Eine mögliche Entscheidung wurde für Samstag erwartet.

US-Medien zitierten führende Republikaner mit den Worten, es würde schlecht aussehen, wenn auf dem Parteitag gefeiert werde, während tausende Menschen vor einem Hurrikan flüchten müssten. Bush und seine Regierung waren vor drei Jahren wegen ihrer langsamen und unkoordinierten Reaktion auf "Katrina" unter schweren Beschuss geraten.

AP/DPA/Reuters AP DPA Reuters

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