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Selbstjustiz Nach Lynchmorden in Indien: Whatsapp schränkt Weiterleiten von Nachrichten ein

Whatsapp Symbolbild
Der Messengerdienst Whatsapp greift in Indien hart durch und reagiert auf die vergangenen Lynchmorde.
© Aytac Unal/ / Picture Alliance
Whatsapp greift in Indien durch und will das Weiterleiten von Nachrichten stark einschränken. Teile der Bevölkerung hielten auf Whatsapp kursierende Falschinformationen für wahr. Aufgebrachte Menschenmengen töteten daraufhin unschuldige Menschen. 

In den vergangenen Monaten töteten aufgebrachte Menschenmengen in Indien mehr als 20 unschuldige Personen. Auslöser dafür waren Gerüchte über Kindesmisshandlungen und Diebstähle, die in verschiedene Gruppenchats gestreut wurden. Das zu Facebook gehörende Unternehmen teilte am Freitag mit, als Maßnahme vorgesehen sei unter anderem, die Möglichkeit, eine Nachricht an mehrere Gruppenchats gleichzeitig weiterzuleiten, abzuschaffen.

Bevölkerung hält Gerüchte auf Whatsapp für wahr

Smartphones und günstiges mobiles Internet selbst in abgelegenen Gegenden des Landes haben dazu geführt, dass sich Falschinformationen wie Lauffeuer verbreiten. Große Teile der Bevölkerung sind mit der neuen Technologien kaum vertraut und nehmen zirkulierende Informationen unhinterfragt für bare Münze - häufig mit gewaltsamen Folgen. Die Behörden schafften es bislang nicht, dem Phänomen Herr zu werden. Am Donnerstag drohte die Regierung in Neu Dehli, Whatsapp zu verklagen, sollte es nicht gegen die Verbreitung unwahrer Nachrichten vorgehen.

 "Sollte (Whatsapp) stummer Zuschauer bleiben, können sie als Helfershelfer behandelt werden", erklärte das Ministerium für Informationstechnologie. Das Unternehmen reagierte prompt. Eine weitere geplante Maßnahme für den indischen Markt sei die Einführung eines Limits von fünf Übertragungen pro Nachricht, teilte Whatsapp mit. Auch der Button für schnelles Weiterleiten neben Nachrichten mit Fotos, Videos oder Links soll verschwinden.

Auf Drängen von Indiens Regierungschef Narendra Modi hatte Whatsapp bereits neue Funktionen angekündigt, um weitergeleitete Nachrichten zu erkennen. Außerdem schaltete es Anzeigen in indischen Zeitungen mit Ratschlägen zur Erkennung von Falschinformationen.

fk DPA

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