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Irak: Mindestens 20 Tote nach Selbstmordanschlag

Erneut gab es einen blutigen Anschlag gegen schiitische Muslime im Irak. Der Attentäter soll seine Opfer auf perfide Weise in den Tod gelockt haben.

Bei einem Selbstmordanschlag auf schiitische Pilger sind im Süden des Irak am Samstag mindestens 20 Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei wurden nahe einer Pilgerstätte am Rande der Stadt Basra zudem 15 Menschen verletzt. Rettungskräften berichten sogar von 25 Toten und 40 Verletzten. Der Attentäter hatte zunächst Nahrungsmittel an Pilger verteilt, bevor er sich nahe eines Polizeipostens in die Luft sprengte.

Nach Angaben der Polizei entdeckte ein Beamter den Attentäter, der einen Sprengstoffgürtel trug, konnte ihn aber nicht mehr rechtzeitig aufhalten. Der Vorfall ereignete sich rund fünf Kilometer außerhalb von Basra. Die Opfer waren auf dem Weg zu der Pilgerstätte Chutwa Imam Ali. Viele Schiiten pilgern zu dem Ort zehn Kilometer westlich von Basra, wenn sie nicht den längeren Weg nach Kerbala im Zentrum des Irak machen können. Am Samstag feierten dort hunderttausende Schiiten unter strengen Sicherheitsvorkehrungen das Ende des Festes von Arbain zu Ehren von Imam Hussein.

Der Enkel des Propheten Mohammed spielt im schiitischen Islam eine wichtige Rolle. Arbain findet 40 Tage nach dem Fest von Aschura statt, bei dem der Schlacht von Kerbala gedacht wird, bei der Hussein im Jahr 680 im Kampf gegen den Kalifen Jasid getötet wurde. Hussein ist in Kerbala begraben. Nach Angaben der Behörden kommen für die Feierlichkeiten von Arbain insgesamt 15 Millionen Pilger nach Kerbala, davon 200.000 von außerhalb des Landes. In den vergangenen Tagen starben dutzende Schiiten bei vergleichbaren Anschlägen.

ono/AFP / AFP