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Jahresrückblick

Stars des Alltags: Fünf ganz normale Menschen, die 2017 zu Helden wurden

Helden, was für ein großes Wort. Doch Helden kämpfen nicht immer mit Superkräften gegen das Böse. Sie sind oft einfach nur da, wenn man sie braucht, und tun, was sie können. So wie diese fünf Menschen.

Ein Pizzabote fährt seine Lieferung auf dem Mofa mitten durch die Demonstranten

Wahre Helden brauchen keinen Umhang. Oft trifft man sie ganz zufällig, oft sind es Menschen, die nicht in das gängige Bild des Helden passen – und die sich selbst am allerwenigsten so sehen. Dennoch kann jeder die Welt ein Stück weit verändern, indem er offen auf seine Mitmenschen zugeht, sich ihrer Nöte annimmt oder einfach den Mut fasst, sein eigenes Leben in die Hand zu nehmen.

Wir stellen zum Ende des Jahres fünf Menschen vor, die keine Berühmtheiten sind – und trotzdem Helden des Alltags. Sie inspirieren uns alle dazu, etwas Besonderes zu tun, auch wenn es klein aussehen mag.

Der Polizist, der einem Säugling das Leben rettete

Manchmal finden sich Helden auch in der tiefsten Provinz. Zum Beispiel in Steinbergkirche in Schleswig-Holstein. Dort wird man wohl noch in einigen Jahren von Matthias Tye erzählen. Der Polizist kam zufällig an einem Haus vorbei, in dem ein sechs Tage alter Säugling gerade zu ersticken drohte. Der irakische Vater hatte Tye ins Haus geholt, konnte sich aber wegen mangelnder Deutschkenntnisse nicht verständlich machen. Der 49-jährige Tye beatmete das Baby, rettete ihm das Leben und blieb bescheiden: "Ich habe nur meine Arbeit gemacht."

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Der tapferste Pizzabote von Hamburg

Der G20-Gipfel im Juli in Hamburg produzierte eigentlich nur Verlierer: die Bundesregierung, die Hamburger Politik, die Polizei, die Demonstranten und Randalierer, die Bevölkerung der Hansestadt. Ein paar Lichtblicke gab es aber doch. Zum Beispiel den Pizzaboten, der sich auch von gesperrten Straßen und eskalierenden Demonstrationen nicht davon abhalten ließ, seinen Dienst zu versehen. Hoffentlich gab es dafür ein ordentliches Trinkgeld.

Ein Pizzabote fährt seine Lieferung auf dem Mofa mitten durch die Demonstranten


Die Alleinerziehende, die ihr eigenes Haus baute

Für Cara Brookins lief im Leben lange einiges schief. Ihre zwei Ehemänner schlugen sie, ein Stalker verfolgte sie. Dann wagte Brookins mit ihren vier Kindern einen Neustart – und ein mutiges Projekt: Die Familie baute sich ihr eigenes Haus. Vom Hausbau wusste die Amerikanerin wenig bis gar nichts, doch dank YouTube-Tutorials und viel Fleiß steht das schicke Häuschen mittlerweile. In diesem Jahr hat Cara Brookins ihre Geschichte auch als Buch veröffentlicht – das nächste erfolgreiche Projekt einer mutigen Frau.

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Hannah ist "schwer in Ordnung"

Hannah ist 14 und hat das Down-Syndrom. Deshalb besitzt sie einen Schwerbehindertenausweis. Oder besser: besaß. Denn als "schwerbehindert" empfindet sich Hannah nicht. Deshalb hat sie sich selbst einen "Schwer-in-Ordnung-Ausweis" ausgestellt. Die Geschichte rührte Hunderte und inspirierte am Ende sogar die Hamburger Politik: Sozialsenatorin Melanie Leonhard will nun auch offiziell einen "Schwer-in-Ordnung-Ausweis" ausstellen.

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Die Frau, die eine Rettungsaktion für eine ertrinkende Familie organisierte

Jessica Simmons musste schnell handeln. Und sie tat das Richtige, weil sie einerseits instinktiv vorging, andererseits aber in einer Notsituation einen klaren Kopf behielt. Die Frau sah, wie eine neunköpfige Familie an einem Strand in Florida in die Strömung geraten war und zu ertrinken drohte. Umgehend organisierte sie mit ihrem Mann eine Rettungskette, die die Ertrinkenden wieder an Land bringen sollte. Insgesamt 80 Menschen beteiligten sich. Sie selbst paddelte aufs Meer hinaus und brachte sich in Lebensgefahr.

Alle neun Personen konnten gerettet werden und Jessica Simmons' Worte sind vielleicht die perfekte Zusammenfassung für diese und viele andere Heldengeschichten 2017: "Es ist schön zu sehen, dass jeder sein eigenes Leben lebt und wir trotzdem alles stehen und liegen lassen können, wenn jemand Hilfe braucht."

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Rettung von Kind aus Strömung: Diese Bilder sind eine Warnung für alle Strandurlauber