HOME

Jemen: Soldaten sterben bei Vulkanausbruch

Ein Vulkanausbruch hat eine jemenitischen Insel völlig zerstört. Von dem eigentlich unbewohnten Eiland im Roten Meer konnten Marineschiffe zwar dutzende Soldaten lebend bergen, mehrere starben aber auf der Insel oder werden dort vermisst.

Ein gewaltiger Vulkanausbruch hat eine kleine Insel im Roten Meer völlig mit glühender Lava, Asche und Geröll überzogen. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Saba konnte bislang ein Überlebender aus einer Gruppe von acht jemenitischen Soldaten gerettet werden, die auf der unbewohnten Insel stationiert waren. Drei der Männer wurden tot gefunden. Zunächst war vermutet worden, alle acht seien von einem Erdrutsch getötet worden. Die jemenitische Insel sei unter der Lava und den Erdmassen "verschwunden", meldete der arabische Fernsehsender Al Arabia.

Die Männer waren auf der Vogelinsel (Dschabal al Tair) vor der Westküste ihres Landes stationiert. Mehrere dutzend Soldaten konnten nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Saba von Marineschiffen gerettet werden. An der Rettungsaktion beteiligten sich auch Nato-Verbände, die im Roten Meer unterwegs waren. Zwei Jemeniten wurden von den Besatzungen der Nato-Schiffe gerettet. Nach Angaben der Nato in Brüssel wurde ein Überlebender am Morgen von der Besatzung des US-Zerstörers "Bainbridge" aus dem Wasser gezogen. Wenig später habe die Besatzung der kanadischen Fregatte "Toronto" einen zweiten Überlebenden aus dem Meer geborgen.

Marineverband sucht Überlebende

Die Schiffe gehörten zu einem Verband der "Standing Nato Maritime Group One", der aus sechs Schiffen besteht und sich zum Zeitpunkt der Vulkanexplosion etwa 80 Kilometer südlich des Unglücksortes befand. Der Marineverband begann sofort mit der Suche nach Schiffbrüchigen und Überlebenden. Bei einem der sechs Schiffe handelt es sich um den in Kiel beheimateten Öltanker "Spessart" der deutschen Bundesmarine. Die Schiffe bleiben in Absprache mit den jemenitischen Behörden bis auf weiteres im Katastrophengebiet.

Bilder eines Crewmitglieds des kanadischen Kriegsschiffes "HMCS Toronto" zeigten, wie der 1200 Meter hohe Vulkan riesige Aschewolken hunderte Meter in die Luft wirbelte und heißes Magma ausspie. Lavaströme ergössen sich über das felsige Gelände ins Meer, berichtete Al Arabia.

Dem Vulkanausbruch am Sonntagabend sei ein leichtes Erdbeben der Stärke 3,7 vorausgegangen, berichtete Saba. Es habe auch den Erdrutsch ausgelöst. Die knapp vier Quadratkilometer große Insel liegt etwa 100 Kilometer von der jemenitischen Hafenstadt Hudieda entfernt. Zuletzt war der Vulkan auf der Vogelinsel 1883 ausgebrochen.

DPA/DPA
Themen in diesem Artikel