Katastrophe in China Mehrere Orte von Beben völlig zerstört


Chinesische Soldaten haben einige der bisher abgeschnittenen Regionen im Epizentrum des Erdbebens in Zentralchina erreicht. Laut ihren Berichten sind manche Orte völlig zerstört worden. Allein in der Kleinstadt Yingxiu seien fast 80 Prozent der Einwohner tot.

Die Bergungsmannschaften kämpfen gegen die Zeit. "Jede Sekunde ist kostbar", mahnte Regierungschef Wen Jiabao. Angesichts der vielen Opfer sollen nun der olympische Fackellauf geändert werden, das Ausmaß der Feiern am Wegesrand und der Aufwand an den Stationen des Laufes künftig bescheidener ausfallen, kündigte ein Sprecher des Organisationskomitees in Peking an. An jeder Station sollen Schweigeminuten zum Gedenken an die Opfer eingelegt und unterwegs Spenden gesammelt werden. Die Spiele seien nicht gefährdet, versicherte der Sprecher des olympischen Nachrichtenzentrums, Wu Kun.

In der Region um das Epizentrum des schweren Erdbebens in Zentralchina sind nach offiziellen Angaben mehrere Orte vollkommen zerstört. In einigen Orten im Bezirk Wenchuan stehe kein einziges Haus mehr, sagte Armeekommandant Wang Yi nach einem Bericht der Website Sichuan Online. "Die Verluste sind erheblich", sagte der Militär, der mit seiner Einheit in die schwer zugängliche Region in der Unglücksprovinz Sichuan vorgerückt ist.

Zwei Tage nach dem verheerenden Erdbeben in China werden mehr als 20.000 Tote befürchtet. Die Behörden gehen davon aus, dass die Zahl der Opfer noch weiter steigt. Ein starkes Nachbeben der Stärke 5,8 erschütterte die Erdbebenregion in der Provinz Sichuan. Erstmals erreichten die Rettungsmannschaften mehrere Orte, die bisher von der Außenwelt abgeschlossen waren. Allein in Yingxiu im Landkreis Wenchuan, wo das Epizentrum des Bebens gelegen hatte, sollen nur 2300 der mehr als 10.000 Einwohner überlebt haben, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. "Die Situation in Yingxiu ist noch schlimmer als erwartet", sagte ein Funktionär.

80 Prozent der Häuser zerstört

Bisher waren allein in der Provinz Sichuan 12.000 Tote offiziell bestätigt worden. Die Staatsagentur berichtete aber von Befürchtungen, dass beispielsweise im Landkreis Beichuan statt der bisher gemeldeten 5000 Toten in Wirklichkeit 7000 bis 8000 Menschen ums Leben gekommen seien. Zehntausende Obdachlose verbrachten eine zweite Nacht unter freiem Himmel. In vielen Landkreisen sind rund 80 Prozent der Häuser zerstört. Erdrutsche hatten ganze Dörfer ausgelöscht. Den Bergungsmannschaften fehlt schweres Gerät, um die Opfer aus den Trümmern bergen zu können.

Einige zehntausend Menschen waren verletzt, brauchten dringend ärztliche Hilfe und Medikamente. Es fehlt den Erdbebenopfern auch an Trinkwasser, Nahrung und Zelten. Viele Straßen in der Bergregion waren zerstört oder durch Erdrutsche und Felsbrocken unpassierbar.

AFP/DPA DPA

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