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Katastrophen-AKW Fukushima Gigantisches Floß soll verseuchtes Wasser aufnehmen

Es ist 136 Meter lang, fasst bis zu zehn Millionen Liter Wasser und diente bisher als schwimmende Insel für Angler: Ein riesiges Tankfloss soll als Deponie für die radioaktiv verseuchte Brühe aus dem Katastrophen-AKW in Fukushima eingesetzt werden.

Das radioaktiv verseuchte Wasser im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima soll jetzt mithilfe eines gigantischen Tankfloßes abgepumpt werden. Der 136 Meter lange und 46 Meter breite Ponton soll als eine Art schwimmende Deponie für schwach verseuchtes Wasser dienen, teilte die Atomaufsichtsbehörde mit. Er sei bereits auf dem Weg nach Fukushima und könne voraussichtlich ab Juni eingesetzt werden.

Das Tankfloß sei in einer Werft in Yokohama für den Einsatz an der Atomruine umgebaut worden, hieß es weiter. Es könne bis zu zehn Millionen Liter an radioaktiv verseuchtem Wasser aufnehmen. Bisher diente es im Hafen der Stadt Shimizu in der Provinz Shizuoka als schwimmende Insel für Angler.

Tepco will weiteres Turbinengebäude leerpumpen

Der AKW-Betreiber Tepco will unterdessen noch im Laufe des Tages mit dem Abpumpen von hoch radioaktiv verseuchtem Wasser aus dem Turbinengebäude von Reaktor 3 beginnen. Das Wasser solle in eine Entsorgungsanlage für Atommüll auf dem Kraftwerksgelände gebracht werden, berichtet die die Nachrichtenagentur Jiji Press. Es war offenbar aus dem Reaktor ins Tiefgeschoss des Gebäudes gesickert. Es wird geschätzt, dass sich dort rund 22.000 Tonnen verseuchte Brühe angesammelt haben.

Aus dem Turbinengebäude des Reaktors 2 wird bereits strahlendes Wasser herausgeholt. Diese Arbeiten laufen weiter. Bislang seien in Meiler 2 von anfangs rund 25.000 Tonnen etwa 5550 abtransportiert worden, hieß es unter Berufung auf Tepco. Insgesamt sollen 10.000 Tonnen in die Entsorgungsanlage gepumpt werden. Daneben bauen Arbeiter zusätzlich Behelfstanks für schwach verstrahltes Wasser. Bis Ende des Monats sollen dadurch zusätzliche Kapazitäten von 28.000 Tonnen entstehen.

Das strahlende Wasser in den Atommeilern behindert die Sicherungsarbeiten an dem AKW. Die Anlage wurde nach dem Erdbeben vom 11. März und dem dadurch verursachten Tsunami zerstört. Später wurde Wasser in die Meiler geleitet, um die überhitzten Reaktorkerne zu kühlen.

mad/DPA/Reuters DPA Reuters

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