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"Schämt euch!!!": Kita-Eltern blockieren Rettungswagen – Bürgermeister platzt der Kragen

In Sachsen kommt ein Rettungswagen nicht zu einer Kita durch, weil Eltern die Zufahrt mit ihren geparkten Autos versperren. Für den Bürgermeister der Gemeinde ein absolutes Unding, wie er auf Facebook mit drastischen Worten mehr als deutlich machte.

Kita - Rettungseinsatz - RTW - Eltern - Facebook - Neukirchen

In Sachsen versperrten Eltern mit ihren Autos den Rettungsweg einer Kita. Der Bürgermeister der Gemeinde ließ seiner Wut darüber daraufhin auf Facebook freien Lauf (Symbolbild). 

Getty Images

Die Parkplatzsituation an einer Kita im sächsischen Neukirchen ist schon länger angespannt. Zu eng ist die einzige Zufahrtsstraße der Einrichtung, als dass es dort Stellflächen für gibt. Viele Eltern hält dies offenbar jedoch nicht davon ab, bis kurz vors Gebäude zu fahren, um ihre Kleinen abzugeben beziehungsweise abzuholen. Parkchaos ist da programmiert - und hätte kürzlich ernste Folgen haben können. Sehr zum Ärger von Bürgermeister Sascha Thamm, dem auf Facebook daraufhin der Kragen platzte.

Auslöser für Thamms Wutschrift ist demnach ein Vorfall vom 18. April. Weil ein Kind von einer Rutsche gestürzt und daraufhin kurzzeitig bewusstlos geworden war, alarmierten die Erzieherinnen damals einen . Der jedoch kam nicht bis zur Kita durch, da die geparkten Autos der Eltern die Zufahrt blockierten. Für Thamm ein Unding, wie er mehr als deutlich klarmachte.

Verhalten an "Dummheit und Ignoranz durch nichts mehr zu überbieten"

Das Verhalten der Betroffenen sei "an Dummheit und Ignoranz durch nichts mehr zu überbieten", schreibt sich der Ortschef in Rage. "Ich schäme mich für euch in Grund und Boden und bis maßlos enttäuscht und entsetzt", führt er aus, um sich dann direkt an die Eltern zu wenen: "Stellt euch mal vor, es wäre euer eigenes Kind gewesen. SCHÄMT EUCH!!!"

Thamm stößt besonders auf, dass nicht nur die Straße blockiert, sondern die Einsatzkräfte zudem "durch Gaffer bei ihrer Arbeit behindert" worden seien. "Eltern standen in Trauben ringsherum, Kinder wurden am Fahrzeug hochgehoben, damit sie ins Innere schauen können... erst nach mehrfacher Aufforderung wurde Platz gemacht", beschreibt Thamm die Szenerie, ehe er nochmals verbal auf den Tisch haut: "Jetzt mal ganz ehrlich?! GEHT‘S NOCH????"

Das Ganze sei zwar glimpflich ausgegangen, "eine schwerwiegende Verletzung hätte es an diesem Tag aber auch nicht sein dürfen". Dass es überhaupt zu der Situation kommen konnte, sieht Thamm in der Faulheit vieler Eltern begründet: "Ihr denkt nur daran, wie ihr möglichst nah an die Kita ranfahren könnt, um ja keinen Meter zu viel zu laufen."

„Es könnte euer Kind sein“ Aus aktuellem Anlass muss ich das leidige Parkplatzthema an der Kita Pünktchen nochmals...

Gepostet von Sascha Thamm am Donnerstag, 19. April 2018

Große Zustimmung von Facebook-Nutzern

Seine deutliche Wortwahl bereut Thamm im Nachhinein nicht. "Ich habe überlegt, ob ich es sachlich formuliere, habe mich dann aber dagegen entschieden", sagte er der "Freien Presse". Im Netz ernten seine scharfen Töne größtenteils Zustimmung. "Top Ansage und völlig verständlich" (sic!) oder "sehr gut geschrieben", so der Grundtenor der Reaktionen.

Als Konsequenz des jüngsten Vorfalls will Thamm künftig nun noch verstärkter auf die Einhaltung der Parkordnung achten lassen - notfalls auch in Eigenregie: "Sollte jetzt einer denken, wenn das Ordnungsamt Feierabend hat, merkt das doch eh keiner und ich kann machen was ich will.... Ich bin immer im Dienst!!!"

Sein Appell: "Schaltet mal eure Köpfe ein und überlegt euch die Konsequenzen eures Handelns."

mod