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Mexiko Junge Frau rettet Zwillingsschwester von Krokodilattacke

Eine junge Frau wurde in einer Lagune von einem Krokodil angegriffen. Ihre Zwillingsschwester konnte sie noch retten
Eine junge Frau wurde in einer Lagune von einem Krokodil angegriffen. Ihre Zwillingsschwester konnte sie noch retten
© Michael DeFreitas/ / Picture Alliance
Ein Zwillingspaar war nachts in einer Lagune in Mexiko schwimmen, als eine von ihnen plötzlich von einem Krokodil attackiert wurde. Eine der jungen Frauen konnte ihre Zwillingsschwester noch in letzter Sekunde retten.

Ein Zwillingspaar aus Sandhurst, England, ging nachts mit einer Touristengruppe in einer Lagune in Mexiko schwimmen, als eine von ihnen von einem Krokodil angegriffen wurde. Ihre Zwillingsschwester konnte das Tier gerade noch in die Flucht schlagen, doch die junge Frau liegt seither im Koma. Laut Guillermo Silva, Koordinator des Zivilschutzes in Tututepec, ereigneten sich die Vorfälle am Sonntag, den 6. Juni, während die Frauen auf einer Tour durch die Lagune von Manialtepec waren. Die 28-Jährigen sollen seit März 2021 auf Reisen sein und wollten im November wieder in ihre Heimat zurückkehren. Mexikanische und britische Medien berichteten davon.

Die Lagune Manialtepec liegt 18 Kilometer vor Puerto Escondido, einem beliebten Surferort, und verläuft zwischen Dschungel und Mangroven. Sie ist eine beliebte Touristenattraktion, da dort nachts ein besonderes Naturspektakel zu sehen ist: Eine biolumineszierende Alge, die dort lebt, wird durch die Wasserbewegungen zum Leuchten gebracht.

Schläge auf den Kopf vertrieben das Tier

Der Vater der beiden Mädchen hat sich nun an die "Daily Mail" gewendet und den Tathergang rekonstruiert. Demnach seien seine Töchter mit Mitgliedern Reisegruppe ins Wasser gesprungen, während sie auf einmal Schreie von einem der Mädchen hörten. Ihre Schwester habe Ausschau gehalten und gesehen, wie die Zwillingschwester zunächst unter Wasser gezogen wurde und dann leblos auf dem Wasser trieb.

Sie sei zu ihrer Schwester geschwommen und habe ihren Körper zum Boot gezogen. Dabei seien beide erneut von dem Tier angegriffen worden. Die junge Frau habe es daraufhin mit mehreren Schlägen auf den Kopf vertreiben können, trug aber selbst einige Schnitt- und Bisswunden davon. Die beiden Frauen seien in ein Krankenhaus in Puerto Escondido gebracht worden. Eine von ihnen liege im Koma, die andere erhole sich von den Bisswunden.

Warnung vor Krokodilen

Nächtliche Bootstouren zur Manialtepec-Lagune sind bei Touristen sehr beliebt, doch Schwimmer werden gewarnt, dass Krokodile in der Gegend leben. Der Vater der Zwillinge sagte der "Daily Mail", seine Töchter hätten "ausdrücklich gefragt, ob es sicher sei, schwimmen zu gehen", und der Reiseleiter habe dies bejaht. Laut des mexikanischen Nachrichtenportals "proceso" behauptet der Zivilschutz jedoch, die Mädchen hätten sich den Warnungen des Touristenführers widersetzt.

Glaubt man den Augenzeugen, so hätten sich die meisten der Gruppe dazu entschieden, an der Mündung zu bleiben, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Drei von ihnen gingen im Fluss schwimmen und ruhten sich dann auf einer grasbewachsenen Fläche aus, wo vermutlich ein Krokodil nistete. Guillermo Silva stellte klar, dass es sich bei der Gegend um ein typisches Nistgebiet während der Regenzeit handle und es sehr wahrscheinlich sei, dass dort ein Krokodilweibchen seine Eier habe verteidigen wollen.

Crowdfunding-Aktion im Internet

Die ältere Schwester der Zwillinge hat unterdessen eine Crowdfunding-Kampagne gestartet und postet auf Facebook regelmäßig Updates über den Gesundheitszustand der beiden. Die Eltern der beiden Mädchen seien mittlerweile nach Mexiko gereist. Noch sei nicht klar, ob die Versicherung für die Krankenhauskosten aufkommt und es sähe danach aus, dass die Familie noch eine Weile in Mexiko bleiben muss. Sie berichtet, dass die eine der beiden wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden sei, während der Zustand der anderen Schwester noch immer kritisch sei.

Links macht sich ein Krokodil über einen Kuhkadaver her. Recht zieht ein Fischer eine Kuh aus einem Fluss.

Ihr Gesicht, ihr Torso und die Beine wiesen tiefe Schnittwunden auf und die junge Frau habe mittlerweile eine Sepsis entwickelt. Die Crowdfunding-Kampagne hat das Ziel von umgerechnet 40.000 Euro binnen 24 Stunden bereits übertroffen.

Quellen: "The Times", "proceso", Facebook 

yak

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