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Nach Erdbeben im Pazifik: Katastrophenzustand in Chile ausgerufen

Nach einem Erdbeben der Stärke 8,8 in Mittelchile hat Präsidentin Michele Bachelet am Samstag den Katastrophenzustand ausgerufen.

Ein Erdbeben der Stärke 8,8 hat am Samstag die Mitte Chiles erschüttert und mindestens sechs Menschen das Leben gekostet.

Für Chile und das nördliche Nachbarland Peru wurde eine Tsunami-Warnung herausgegeben, auch die Menschen in Ecuador, Kolumbien, Panama, Costa Rica und der Antarktis wurden zur Wachsamkeit aufgerufen.

Messdaten deuteten darauf hin, dass tatsächlich ein Tsunami ausgelöst worden sei, erklärte das Pazifische Warnzentrum. An Küsten in der Nähe des Epizentrums könne er zerstörerische Wirkung gehabt haben.

Präsidentin Michele Bachelet gab die Zahl der Getöteten mit mindestens sechs an, weitere Todesopfer seien zu erwarten. Sie rief ihre Landsleute zur Ruhe auf und appellierte an die Menschen, angesichts ausgefallener Ampelanlagen auf Fahrten im Dunkeln zu verzichten. "Wir tun alles, was wir können, mit allen Kräften, die wir haben", sagte sie aus einem Einsatzzentrum in der Hauptstadt Santiago.

Das Beben ereignete sich am frühen Morgen rund 320 Kilometer südwestlich von Santiago in einer Tiefe von knapp 35 Kilometern. In Santiago schwankten für eineinhalb Minuten Gebäude, einige stürzten ein. In einigen Vierteln fiel der Strom aus. Telefonverbindungen im gesamten Land waren unterbrochen.

In der Stadt Providencia stürzte laut einem Bericht des chilenischen Fernsehens unter anderem eine Kirche ein. Auch in Argentinien war das Beben zu spüren. Das Zentrum des Bebens lag 115 Kilometer von der zweitgrößten chilenischen Stadt Concepción entfernt. Dort leben mehr als 200.000 Menschen.

Eva Vergara, APN / APN