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Nach Stadtarchiv-Einsturz: Gedenkstunde für die Opfer von Köln

Zwei Wochen nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs hat eine bewegende Gedenkstunde für die Opfer der Katastrophe stattgefunden. Oberbürgermeister Schramma versprach, durch eine klare Ursachenanalyse die Verantwortlichen ausfindig zu machen.

Bei einer Gedenkstunde für die beiden Opfer des Kölner Archiveinsturzes hat Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) am Dienstag volle Aufklärung der Unglücksursache versprochen. "Alle beantwortbaren Fragen werden beantwortet werden müssen", sagte Schramma, der auch selbst in der Kritik steht, im historischen Gürzenich-Saal. "Wir müssen wissen: Wo sind vielleicht Fehler gemacht worden? Wo sind Versäumnisse? Wir müssen die Verantwortlichkeiten klären und die nötigen Konsequenzen ziehen." Die Kölner Verkehrsbetriebe hatten ihre Fahrer dazu aufgerufen, zum Gedenken an das Unglück Busse und Bahnen für eine Minute zu stoppen.

Nur mit klarer Ursachenanalyse könne sichergestellt werden, dass sich ein solches Unglück nicht wiederhole, sagte Schramma. Beim Einsturz des Stadtarchivs und zweier angrenzender Häuser waren vor zwei Wochen der 17-jährige Bäckerlehrling Kevin K. und der 24 Jahre alte Student Khalil G. getötet worden. Das Unglück soll im Zusammenhang mit dem U-Bahn-Bau stehen. Der Oberbürgermeister sprach in seiner Rede von einem "Verlust des Vertrauens in handelnde Institutionen und Personen" und einem großen "Misstrauen gegen 'die da oben'".

Zur Frage der Unglücksursache ermittelt die Staatsanwaltschaft. Bis zu diesem Mittwoch hat Schramma von den Kölner Verkehrs-Betrieben und vom Umwelt-Dezernat die Klärung wasserrechtlicher Genehmigungen verlangt. Am Sonntag hatte die Kölner Umweltdezernentin Marlies Bredehorst berichtet, einige Bauunternehmen hätten sich nicht an die Auflagen zum Umgang mit Grundwasser gehalten.

DPA / DPA