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"New York Times"-Bericht: "Wow, was ist das?" Kampfpiloten sahen über Monate fast täglich Ufos vor der Ostküste der USA

Navy-Kampfpiloten sichten zum Jahreswechsel 2014/15 unbekannte Flugobjekte vor der US-Ostküste, die sich angeblich bewegt haben, wie nichts, was auf der Erde bekannt ist. Manche Piloten beschreiben auch das Aussehen der Ufos.

Video von UFO-Gläubigen: "Look a that thing!"

US-Kampfpiloten berichten in US-Medien von zahlreichen Ufo-Sichtungen aus den Jahren 2014 und 2015. Vor der Ostküste wollen sie über mehrere Monate hinweg fast täglich unbekannte Flugobjekte gesehen haben, die angeblich keinen sichtbaren Antrieb hatten, keine Abgasschwaden hinter sich herzogen, dafür aber mit Hyperschallgeschwindigkeit in bis zu 10.000 Meter Höhe fliegen konnten.

Fünf Piloten haben dazu mit der "New York Times"  (NYT) gesprochen, zwei davon mit Klarnamen. Zudem soll ab Freitag eine sechsteilige TV-Dokumentation zum Thema auf dem History Channel starten. Wie "Politico" zudem berichtet, gab es in den vergangenen Jahren so viele solcher Sichtungen von glaubwürdigen und hochqualifizierten Militärs, dass die Navy aktuell eine neue Richtlinie für die Meldung solcher Vorgänge erarbeitet.

Piloten: Ufos sahen aus wie Kreisel

Laut "NYT" berichteten in dem besagten Zeitraum zahlreiche Piloten, von den ungewöhnlichen Sichtungen. Die Navy-Angehörigen waren  damals auf dem Flugzeugträger "Theodore Roosevelt" stationiert, der vor der Ostküste ankerte. Die Objekte erschienen demnach auf dem Radar ihrer Flugzeuge, teilweise sahen sie sie auch direkt. Ein Ufo wird als optisch an einen Kreisel erinnernd beschrieben, ein anderes habe wie eine Kugel ausgesehen, die einen Würfel umschließt.

Zunächst seien die Piloten noch von einem geheimen und sehr fortschrittlichen US-Drohnenprogramm ausgegangen. Dann sei es jedoch fast zu einer Kollision mit einem der Flugobjekte gekommen, was ihnen klargemacht hätte, dass nicht die eigene Regierung dahinter stecken könne.  

In dem "NYT"-Bericht spricht ein Lieutenant Ryan Graves, F/A-18-Super-Hornet-Kampfpilot und seit zehn Jahren bei der Navy, der seine Sichtungen auch an das Pentagon und den Congress meldete. "Diese Dinger waren einfach den ganzen Tag da draußen", wundert er sich. "Ein Flugzeug in der Luft zu halten, verbraucht sehr viel Energie. Bei den Geschwindigkeiten, die wir beobachten hatten, waren zwölf Stunden in der Luft elf mehr, als wir erwartet hätten", so Graves.

Sein Kollege Lieutenant Danny Accoin schildert gleich zwei nahe Begegnungen mit den Flugobjekten. Beim ersten Mal habe sein Radar das Signal erfasst und er sei bis auf rund 300 Meter an das Objekt herangeflogen, habe es aber trotzdem nicht sehen können. Bei der nächsten Begegnung hätten sein Raketenerfassungsystem sowie die Infrarot-Kamera das Ufo eingeloggt. "Ich wusste, dass ich es hatte und es kein technischer Fehler war." Und dennoch: "Ich konnte es nicht visuell erfassen."

Manche der Begegnungen seien auch von den Kameras der Maschinen aufgezeichnet worden, so etwa ein Vorfall Anfang 2015, als zwei Piloten eines der Objekte mit der Linse einfangen und sich wundern, was sie da sehen. "Wow, was ist das, Mann?", ruft der eine. "Guck dir an, wie es fliegt."

Flugeigenschaften der Ufos sehr ungewöhnlich

Was die Sichtungen für die Piloten besonders seltsam macht, sind nämlich die Flugeigenschaften der Ufos. Diese würden auf Hyperschallgeschwindigkeit beschleunigen, abrupt abbremsen oder schlagartig abbiegen – Manöver, die die physischen Grenzen von menschlicher Besatzung übersteigen würden. "Geschwindigkeit bringt dich nicht um", sagt Graves. "Anhalten bringt dich um. Oder Beschleunigung." Es gebe Hubschrauber, die in der Luft schweben könnten, sowie Flugzeuge, die in 10.000 Metern Höhe oder direkt über dem Boden fliegen könnten. "Aber all das kombiniert in einem einzigen Gefährt, das keinen Düsenantrieb hat und keine Abgasschwaden hinterlässt?"

Alle befragten Soldaten weigern sich bei der "NYT" zu spekulieren, was das für Flugobjekte sein könnten. Sie hätten lediglich gemeldet, was sie nun mal gesehen haben. Graves können sich zwar bis heute nicht erklären, was er da gesehen habe, aber es sei nicht seine Aufgabe, "Mythen" in die Welt zu setzen.

Die Navy nennt solche Sichtungen "unerklärte Luftphänomene", das Pentagon hatte mindestens von 2007 bis 2012 eine eigene Abteilung, die sich mit einem Millionenbudget ausgestattet ausschließlich mit solchen Sichtungen beschäftigte. Das Programm gelang 2017 durch Recherchen der "NYT" und "Politico" an die Öffentlichkeit (Lesen Sie hier mehr dazu im stern). Auch damals meldeten sich Piloten und schilderten ihre unheimlichen Begegnungen mit den unbekannten Flugobjekten. Auch damals wunderten sich die Piloten über die sehr ungewöhnlichen Flugeigenschaften. (Siehe eingehängtes Video)

Das Pentagon bestätigte 2017 das teilweise geheime Programm, gab aber an, es bereits 2012 eingestellt zu haben. Beteiligte Personen behaupteten gegenüber US-Medien jedoch, dass es auf anderen Wegen weitergeführt wurde. Dazu passt auch der "Politico"-Bericht über die aktuell angepassten Richtlinien zu Ufo-Sichtungen. "Aufgrund von Sicherheitsbedenken nehme die Navy und die US Air Force jede dieser Sichtungen sehr ernst und untersucht jeden einzelnen Bericht", wird ein Navy-Sprecher zitiert.

Neue Radargeräte führten zu mehr Sichtungen

Laut der "NYT" mehrten sich entsprechende Berichte vor allem nach den 1980er-Jahren. Damals sei eine Generation von Radargeräten abgelöst worden und die neue hätte vermehrt solche Objekte erfasst. Piloten hätten sie jedoch zunächst als vermeintliche Technikfehler ignoriert. "In Militärmaschinen werden seit Jahrzehnten seltsame Dinge gesehen", sagt Lieutenant Graves.

Experten unterstreichen in diesem Zusammenhang immer wieder, dass es zahlreiche andere Erklärungen als außerirdisches Leben hinter solchen Phänomenen gibt. Astrophysiker Leon Golub etwa wird von der "NYT" zitiert, dass etwa "technische Fehler im Code für die Bildschirmsysteme, athmosphärische Effekte und Reflektionen oder neurologische Überlastung" der Piloten Gründe für die geschilderten Erlebnisse gibt.

Der Roosevelt-Flugzeugträger, um den herum die zahlreichen Sichtungen zum Jahreswechsel 2014/2015 auftraten, wurde wenig später in den persischen Golf berufen. Die Kampfpiloten mussten Einsätze gegen den Islamischen Staat fliegen. Die Sichtungen nahmen rapide ab, nachdem sie die USA verließen, sagen die Piloten.

Quellen: "New York Times" / "Politico" 

Angebliche exklusive Veröffentlichung: Hat ein US-Navy-Jet hier tatsächlich ein Ufo aufgenommen?
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