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Schwangere verzichtet auf Chemo, damit ihr Baby lebt - sie sterben kurz hintereinander

Ein wenige Tage altes Mädchen ist in den USA kurz nach seiner Mutter gestorben. Besonders tragisch: Die Frau hatte Krebs und verzichtete auf eine Chemotherapie, um ihr Baby austragen zu können. 

Brutkasten

Eine Frühchenstation in einem Krankenhaus (Symbolbild). In den USA ist ein zu frühgeborenes Mädchen wenige Tage nach seiner Mutter gestorben.

Im US-Bundesstaat Michigan wurde eine Familie innerhalb von nur rund zwei Wochen gleich von zwei harten Schicksalsschlägen getroffen. Im Abstand von wenigen Tagen sind eine Mutter und ihr neugeborenes Baby gestorben, wie unter anderem die "Chicago Tribune" und die "Detroit Free Press" berichten. 

Das Drama der Familie begann demnach im März, als Ärzte bei Carrie DeKlyen einen Hirntumor entdeckten. Zwar wurde die 37-Jährige operiert, der Krebs kam allerdings kurze Zeit später zurück. Da die fünffache zu diesem Zeitpunkt erneut schwanger war, stand sie vor einer grausamen Entscheidung: Entweder, sie würde eine Chemotherapie machen und ihr eigenes Leben verlängern - dafür hätte sie allerdings ihre Schwangerschaft und damit ihr ungeborenes Kind opfern müssen. Die zweite Möglichkeit war, das Kind auszutragen. Dann würde sie allerdings möglicherweise selber nicht lange genug leben, um es zu sehen. 

Carrie machte keine Chemo - damit ihr Baby leben kann

Die Todkranke entschied sich dafür, zugunsten des Babys auf eine Chemotherapie zu verzichten. Im Juli erlitt Carrie DeKlyen einen Schlaganfall, lag seitdem im Krankenhaus im Koma. Da war sie in der 19. Schwangerschaftswoche und ihr Baby mit 387 Gramm noch zu leicht, um auf die Welt geholt zu werden. Wochen später wog der Fötus dann zwar mit 625 Gramm genug, bewegte sich aber nicht. Nick DeKlyen, der Vater des Kindes, entschied sich für einen Kaiserschnitt, um sein Kind zu retten - seine Frau war zu diesem Zeitpunkt in der 24. Woche, eine reguläre Schwangerschaft dauert rund 40 Wochen. 

Am 6. September wurde Life Lynn geboren. Carrie DeKlyen starb hingegen nur drei Tage später, nachdem die Ärzte nach Rücksprache mit ihrem Mann die lebenserhaltenden Geräte abstellten. 

Der Vater pendelt zwischen der Frühchenstation und dem Betattungsinstitut

"Es war quasi bittersüß", wird Ehemann Nick von der "Chicago Tribune" zitiert. Er habe in den folgenden Tagen seine Zeit zwischen den Beerdigungsvorbereitungen für seine Frau und den Besuchen in der Frühchenstation aufgeteilt. Am Wochenende kümmerte sich der 39-Jährige wiederum um seine anderen fünf Kinder im Alter zwischen zwei und 18 Jahren.


Da die Familie über keine regelmäßige Einkommensquelle verfügte, setzte Nicks Schwester bereits nach der Krebs-Diagnose im Frühjahr eine Spendenseite bei "Gofundme" auf, die bislang mehr als 165.000 Dollar einsammelte. Sie unterhält auch eine Facebookseite, auf der sie Neuigkeiten zu Carrie und Life Lynn mitteilt.

Dort veröffentlichte sie am Donnerstag auch die traurige Kunde: Am 20. September starb auch Life Lynn, keine zwei Wochen nach ihrer Mutter. Sie soll bei ihr beerdigt werden.



rös

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